Ein Jahr nach dem 8:2: Darum ist Bayern klarer Favorit

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Ein Jahr nach dem 8:2: Darum ist Bayern klarer Favorit
Ein Jahr nach dem 8:2: Darum ist Bayern klarer Favorit

396 Tage ist es her, als der FC Bayern den FC Barcelona im Viertelfinale der Champions League mit 8:2 überrollt hat!

Für die Münchner war es beim Endrunden-Turnier in Lissabon ein historischer Erfolg, für die Katalanen eines der größten Debakel der Vereinsgeschichte.

Am Dienstagabend stehen sich die beiden Mannschaften erneut gegenüber. Diesmal zum Auftakt der Gruppenphase im Camp Nou und unter völlig anderen Vorzeichen.

Die Trainer:

Titel-Trainer Hansi Flick wurde beim FC Bayern von Julian Nagelsmann ersetzt. Der 34-Jährige bekam im Sommer einen Fünfjahresvertrag und erhält vereinsintern volle Rückendeckung. Sein Gegenüber Ronald Koeman ist seit dem 19. August 2020 im Amt und folgte auf den gescheiterten Quique Setién. Seitdem hat der 58 Jahre alte Niederländer einen schweren Stand. Mit Präsident Joan Laporta ist der 58-Jährige im Dauer-Clinch. Zuletzt beklagte Koeman öffentlich mangelnden Respekt. Im Sommer suchte Laporta hinter seinem Rücken nach neuen Trainern. Er soll auch mit Flick telefoniert haben… 

Ligastart:

Die Bayern sind voll auf Kurs und rangieren mit zehn Punkten auf Platz zwei hinter dem VfL Wolfsburg, stehen zudem in der zweiten Pokalrunde. Barcelona startete mit sieben Punkten aus drei Ligaspielen ordentlich und steht auf Platz sieben. Am Wochenende hatten die Katalanen spielfrei, weil die Partie gegen Sevilla aufgrund des Theaters um die Abstellung der südamerikanischen Nationalspieler verlegt wurde.

Kader:

Viele Champions-League-Helden wie David Alaba, Jérôme Boateng, Thiago, Philippe Coutinho (Rückkehr nach Barcelona) und Ivan Perisic sind nicht mehr da. Dafür kam unter anderem Leroy Sané. Bei Barcelona dreht sich alles um den Abgang von Lionel Messi. Nahezu jede Frage der spanischen Kollegen an Manuel Neuer und Julian Nagelsmann drehte sich am Montagnachmittag auf der Pressekonferenz um den nach Paris gewechselten Argentinier. Seit dem 2:8-Debakel gingen auch Luis Suárez, Ivan Rakitic und Antoine Griezmann. Namhafte Neuzugänge sind Memphis Depay und Sergio Agüero. „Man kann bei beiden Mannschaften von einem Umbruch sprechen“, sagt Neuer.

Schwachstellen:

Die Bayern sind im Mittelfeld und Angriff teilweise mit Weltklassespielern besetzt. Spannend wird zu sehen, ob der Defensiv-Verbund höchsten internationalen Ansprüchen gerecht wird, nachdem man mit Alaba und Boateng viel Erfahrung verloren hat. Dayot Upamecano konnte bislang überzeugen. Barcelonas Schwachstellen sind die Außenverteidiger. Jordi Alba ist links immer noch gesetzt, rechts sieht es dünn aus. Der lange von den Bayern umworbene Sergiño Dest wird ausfallen. Und wie wird es vorne ohne Messi in der Königsklasse? „Der FC Barcelona wird nie schwach sein“, sagt Nagelsmann und warnte vor allem vor Frenkie de Jong und Depay. „Es wird ein ungewohntes Bild sein, wenn Messi nicht auf dem Platz steht. Aber vielleicht sind sie deshalb unberechenbarer“, warnt Neuer. 

Schulden:

Die Bayern haben weiterhin stille Reserven, müssen aufgrund eines durch Corona erlittenen Umsatzverlusts von 150 Millionen Euro den Gürtel allerdings enger schnallen. Barcelona hingegen plagt ein riesiger Schuldenberg von 1,3 Milliarden Euro. Das Gehalt von Messi konnte und wollte der Verein nicht mehr bezahlen. „Die Extravaganz von Messi haben sie jetzt nicht mehr“, so Nagelsmann.

System:

Nagelsmann übernahm das erfolgreiche 4-2-3-1-System von Flick und verziert es mit Detailarbeit. Im Spiel wechselt er gerne auf eine Dreierkette, um im Mittelfeld Überzahl zu generieren. Barcelona definiert sich seit Jahren über ein 4-3-3-System, ebenso die Jugendmannschaften des Vereins. Koeman hingegen bevorzugt ein 4-2-3-1-System, ließ zuletzt aber auch im altbewährten System spielen. Die spanischen Kollegen erwarten sogar ein 3-5-2-1-System. „Wir haben hoffentlich nichts außer Acht gelassen und haben eine Idee für verschiedene Grundordnungen“, sagt Taktik-Tüftler Nagelsmann, der im Vergleich zu dem Barcelona alter Tage eine Mannschaft erwartet, die hoch pressen wird. „Das war unter Messi nicht der Fall“, so der Bayern-Trainer.

Zuschauer:

Die Corona-Krise bestimmt noch immer das Leben der Menschen. Waren beim 2:8 vor rund einem Jahr im Estádio da Luz keine Zuschauer zugelassen, dürfen diesmal 40.000 Zuschauer ins Camp Nou, das knapp zur Hälfte gefüllt sein wird. Auswärtsfans aus München sind jedoch nicht zugelassen.

Fazit:

Die Bayern erwartet in Barcelona ein heißer Tanz. Die aktuelle Form, Spielfreude und Stimmung im Verein spricht jedoch klar für den deutschen Rekordmeister, deren Kapitän Neuer versichert: „Wir werden das 8:2 nicht im Kopf haben. Wir reisen mit keinem Puffer an und können uns nicht darauf ausruhen.“ Koeman sagt: „Viele Spieler haben unter dem 2:8 gelitten. Heute können wir den Bayern wehtun. Wir haben eine gute Mannschaft dafür.“

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