Jagd auf Schwule: Über 100 Menschen aus Tschetschenien evakuiert

Marco Fieber
Eine LGBT-Parade in St. Petersburg wird von der Polizei bewacht
  • In der russischen Teilrepublik Tschetschenien sind seit April 2017 Homosexuelle gefangengenommen, gefoltert und in einigen Fällen auch umgebracht worden
  • Eine russische LGBT-Organisation hat deshalb Menschen aus der Region evakuiert – die meisten sind mittlerweile in den Westen geflüchtet

Genau vor einem Jahr erschütterte der erste grauenhafte Bericht die Weltöffentlichkeit: Die Behörden in der russischen Teilrepublik Tschetschenien machen Jagd auf Homosexuelle

Laut dem Russian LGBT Network (Russisches Lesbisch-Schwules-Bisexuelles-Transgender-Netzwerk) wurden seitdem mindestens 200 Menschen gefoltert, geschlagen oder bedroht. Mindestens vier Menschen sollen auch ermordet worden sein.

► Die Schwulenrechtsorganisation hat bei einer Pressekonferenz am Dienstag bekannt gegeben, dass sie seit Beginn der Verfolgungswelle 119 Menschen aus der muslimisch geprägten Region evakuiert hat. Die wird vom Putin-Getreuen und autokratischen Präsidenten Ramsan Kadyrow beherrscht. 98 Menschen haben demnach Russland bereits verlassen.  

Unter den Geretteten sind 41 Personen, die in Tschetschenien illegal festgehalten und gefoltert wurden. Die anderen seien bedroht worden, auch Familienmitglieder seien unter Druck gesetzt worden.

Besonders tragisch: Fünf Menschen haben die Hilfe des LGBT Networks zurückgewiesen, wie der Vorsitzender Igor Kotschetkow berichtete. Laut den Menschenrechtlern soll einer der Männer nicht mehr am Leben sein.

Dramatische Lage in Tschetschenien 

Vor allem Kanada hat die verfolgten Tschetschenen aufgenommen, etliche sind allerdings auch nach Deutschland geflüchtet. Berlin ließ die...

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