Jack White liebt Bayern München - und hasst Handys

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Jack White hat noch nie ein Handy besessen, wie er dem "Süddeutsche Zeitung Magazin" verriet. Neben seiner Musik liebt der Amerikaner auch Möbel und den FC Bayern München - was einen bestimmten Grund hat.

Retter des Rock'n'Rolls, zumindest aber: Erneuerer der Rockmusik - so wird der Sänger, Gitarrist und Songwriter Jack White (42, "Boarding House Reach") aus Detroit von seinen Fans wie ein Musik-Messias glorifiziert. In einem Interview mit dem "Süddeutsche Zeitung Magazin" zeigt sich der Amerikaner aus Detroit von seiner menschlichen Seite. Er spricht von seinem früheren Handwerksberuf, über den FC Bayern München und seine Abneigung gegen US-Präsident Donald Trump (71) und Mobiltelefone.

Möbel mit Gedichten

Jack White, der eigentlich John Anthony Gillis heißt, stammt aus einer katholischen Großfamilie und wuchs mit zehn Geschwistern auf. Nach der High School hat er eine Lehre als Polsterer gemacht und später seinen eigenen Polstereibetrieb Third Man Upholstery eröffnet. "Ich hatte Sorgen, ob ich genug Aufträge bekomme, und habe darüber nachgedacht, irgendwie Werbung zu machen. Da hat mir jemand gesagt: Mach das, was du liebst, sei mit Leidenschaft dabei - und die Leute werden dich finden, du musst ihnen nicht hinterherrennen", so White.

Sein Farbschema war - wie auch heute bei seinem Label Third Man Records - gelb und schwarz. Als Werbespruch fiel ihm ein: "Your furniture is not dead" - dein Möbelstück ist nicht tot. Die Innenseite seiner Möbel beschriftete er mit Gedichten. Noch heute existieren in Detroit Stühle, Sessel und Sofas aus der Werkstatt von Jack White. Es gäbe davon "jede Menge! Viele aus meiner Lehrzeit und viele weitere, die ich in meinem eigenen Betrieb aufgearbeitet habe. Gelegentlich polstere ich immer noch. [...]"

Darum mag er keine Handys

Sein Hit "Seven Nation Army" ist in der Münchner Allianz Arena eine Fußballhymne geworden - und Jack White ein Fan des FC Bayern. Nach jedem Tor der Bayern dröhnt der Song durch das Stadion. Dann klingelt bei dem Rockstar die Kasse. "Wenn er über die Lautsprecher abgespielt wird, dann schon... Hoffentlich schießen sie noch viele Tore", so der Musiker. Wenn er etwas nicht leiden kann, dann sind es Leute, die bei seinen Konzerten ihre Handys für Fotos hochhalten. "Die Leute sind so mit ihren Handys beschäftigt, dass zwischen ihnen und mir keine Verbindung entsteht", moniert White.

Das hat der Rockstar die Fans auch wissen lassen: "Schon auf meinen vergangenen paar Tourneen kam vor Beginn der Show mein Tourmanager auf die Bühne und bat die Leute, ihre Telefone nicht hochzurecken. Da gab es immer Jubel, und sie haben die Bitte befolgt - und stattdessen die Geräte in den Händen gehalten und die ganze Zeit nach unten gestarrt".

Eigentlich widerstrebe es ihm zutiefst, auf einem Rock'n'Roll-Konzert Vorschriften zu machen, "aber bei der kommenden Tour müssen die Leute nun ihre Handys am Eingang in einen Beutel von einer Firma namens Yondr stecken. Jeder behält den Beutel mit seinem Telefon, aber du kannst ihn in der Konzerthalle nicht öffnen, sondern erst, wenn du rausgehst und den Beutel gegen ein spezielles Gerät tippst". Er selbst habe noch nie ein Handy besessen. "Die Leute schreiben sich 150 SMS am Tag, aber wie viele davon sind wirklich wichtig? Wie man heute kommuniziert, kommt mir extrem seicht vor", erklärt White.

Er hat noch nie gewählt

Der Musiker glaubt auch, dass Präsident Donald Trump den sozialen Medien seinen Aufstieg mit zu verdanken hat. White sagt: "Facebook, Twitter und so weiter haben auf jeden Fall eine Rolle gespielt. Der eigentliche Grund ist aber das antiquierte Wahlsystem der USA. Die Amerikaner wollten, dass Hillary Clinton Präsidentin wird, sie bekam drei Millionen Stimmen mehr. Aber Trump hatte die Mehrheit im Wahlmännerkollegium, was auch immer das für eine Scheiße ist. Wegen dieses Wahlmännerkollegiums habe ich noch nie bei einer Präsidentenwahl meine Stimme abgegeben".

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