Jack Doohan: Wie ihn Schumi zum Automobil-Sport brachte

Stefan Ehlen

Wenn dein Vater ein fünfmaliger Motorrad-Weltmeister ist, welchen Berufswunsch hast dann du selbst? Na klar: ebenfalls Rennfahrer werden! Doch Jack Doohan tritt nicht ganz in die Fußstapfen seines prominenten Papas, denn er hat sich gegen zwei und für vier Räder entschieden – Jack Doohan will nicht in die MotoGP, sondern in die Formel 1. Und ein gewisser Michael Schumacher war maßgeblich an dieser Entscheidung beteiligt.

Dabei schien die sportliche Laufbahn von Jack Doohan bereits vorgezeichnet zu sein, wie er im Interview mit 'Motorsport.com' erklärt: "Als Kind wollte ich unbedingt Motorrad fahren, egal was für eine Klasse, ob Motocross, Supercross oder MotoGP." Er habe zuhause mit seinen Freunden viel trainiert, bis sich ein unglücklicher Unfall ereignete. "Leider hatte ich das Pech, mir bei einem Sturz das Bein zu brechen", sagt Jack Doohan. "Das hat mich ein bisschen geschockt. Und mein Vater wollte all das aufgrund seiner eigenen Erfahrung nicht noch einmal durchmachen."

Wie gut, dass rasch eine Alternative zur Hand war: Ein Freund der Familie hatte Jack Doohan und dessen Schwester mit Karts versorgt – Schumacher. "Michael schenkte sie uns zu Weihnachten, als ich drei Jahre alt war. Er und mein Vater waren gute Freunde. Sie wohnten eine Zeit lang nebeneinander in Monaco und trainierten zusammen. Und ich bat meinen Vater schließlich darum, Kartfahren einmal ausprobieren zu dürfen."

Jack Doohan Motorsport.com

Jack Doohan

Foto: Jack Doohan

Der Funke sprang über: Heute fährt der 15-jährige Jack Doohan in der britischen Formel 4 und kann dabei sogar auf die Unterstützung von Red Bull bauen. "Das ist eine grandiose Chance", meint der Nachwuchspilot. Denn die Energy-Drink-Marke hat in der Vergangenheit schon einige Fahrer in die Formel 1 gebracht, ist aber bekannt dafür, ein Höchstmaß an Leistung und Ergebnissen einzufordern.

Doch Doohan Junior macht sich nichts aus diesem Druck, schließlich bringt alleine sein Name schon reichlich davon mit sich: "Du stehst immer unter Druck. Davon können die Schumachers und Fittipaldis ein Lied singen. Die Frage ist nur, wie du damit umgehst, ob es positiv oder negativ ist." Gleiches gelte übrigens für Ratschläge des Vaters, meint Jack Doohan. "Er gibt mir gute Tipps, aber ich nehme mir nicht alle davon zu Herzen. Das ist manchmal dumm von mir. Denn unterm Strich ist er der Erste, der nur Gutes für mich will."

Und der Sohn des Motorrad-Champions schlägt sich im Formelauto nicht schlecht: In Großbritannien hat Doohan jr. in seiner ersten kompletten Saison bereits zwei Laufsiege erzielt und belegt damit Platz zwei in der Rookie-Wertung sowie den vierten Gesamtplatz unter insgesamt 14 Piloten – unter anderem vor Seb Priuaulx, dem Sohn des dreimaligen Tourenwagen-Weltmeisters Andy Priaulx, der aber ebenfalls bereits siegreich war.

Ob die Ergebnisse bisher den Erwartungen entsprechen? "Nun, die waren ohnehin nicht so hoch", sagt Jack Doohan. "Ich versuche mein Bestes. Und solange ich mein Potenzial ausschöpfe, ist es in Ordnung. Wenn ich zu wenig aus meinen Möglichkeiten mache, dann beschäftigt mich das hinterher: Hätte ich dies oder das anders machen sollen? Deshalb gebe ich immer alles, egal auf welcher Position. Und es läuft ziemlich gut."

Und vielleicht stehen eines Tages die Söhne von Mick Doohan und Michael Schumacher gemeinsam in der Startaufstellung: Mick Schumacher – der Name ist in der Tat durch Mick Doohan inspiriert worden – fährt derzeit in der Formel 3 und erzielte dort kürzlich seinen ersten Laufsieg.