Jürgen Klopp: Habe mehrfach versucht, Mario Götze zum FC Liverpool zu holen

Mario Götze und Jürgen Klopp sprechen über die Umstände des viel diskutierten Götze-Wechsels zum FC Bayern und eine mögliche erneute Zusammenarbeit.

Jürgen Klopp hat versucht, Mario Götze zum FC Liverpool zu lotsen. Das bestätigten der Trainer und der Weltmeister in der vierteiligen DAZN -Dokumentation Being Mario Götze, deren erster Teil am 9. Juni um 19 Uhr auf der Streamingplattform erscheint.

 

"Ich habe mich entschieden, die Bayern zu verlassen und Jürgen Klopp hatte Interesse, dass ich nach Liverpool komme. Und mein Interesse war auch da, noch einmal mit ihm zu arbeiten. Das ist noch immer da", sagt Götze. Sein Transfer vom FC Bayern München zurück zum BVB im Sommer 2016 sei "keine Entscheidung gegen Liverpool oder Jürgen Klopp" gewesen: "Ganz im Gegenteil."

Klopp über erneute Zusammenarbeit mit Götze: "Würde das gerne sehen"

Klopp erklärt: "Er ist jetzt Mitte 20, da sind noch zehn Jahre Karriere möglich. Da kann noch ganz viel kommen. Und wenn es nach mir geht: Ich würde das gerne sehen. Mario weiß ja, dass ich das durchaus ein paarmal versucht habe. Aber es hat bisher nicht geklappt."

Dennoch sei der Kontakt zu Götze nie abgerissen, berichtet Klopp. "Wir haben immer Kontakt gehabt, weil ich mich kurioserweise auch immer verantwortlich für ihn gefühlt habe. Ich habe ihn einfach so früh kennengelernt. Ich kann nicht aufhören, nach ihm zu gucken. Jeder, der was von Fußball versteht, hat genau das Richtige in ihm gesehen: ein außergewöhnliches Talent."

Klopp: Götze-Wechsel zu Bayern "ein maximaler Schlag"

Überrumpelt wurde Klopp 2013 von Götzes Entscheidung, von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch zu machen und für 37 Millionen Euro zum FC Bayern zu wechseln. "Ich habe gar nicht damit gerechnet", sagt Klopp, der einen Tag nach dem dramatischen 3:2-Sieg im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League von dem anstehenden Transfer erfahren hatte. "Michael Zorc sagte am Trainingsgelände zu mir: 'Wir müssen kurz reden. Mario geht zu Bayern.' Ich habe mich umgedreht, bin aus dem Büro gegangen, nach Hause gefahren und habe mich ins Bett gelegt", erinnert sich Klopp.

"Wir hatten am Abend eine Filmpremiere von Wotan Wilke-Möhring. Meine Frau war schon fertig gemacht und stand da, um loszugehen. Ich meinte nur: 'Heute Abend geht gar nichts.' Es ist nur Fußball, aber der Zeitpunkt hat mich wirklich getroffen", so Klopp: "Nach dem Highflyer gegen Malaga und der Qualifikation für das Halbfinale der Champions League so einen maximalen Schlag abzubekommen, darauf war ich nicht vorbereitet. Und das musste ich erst mal setzen lassen."

Götze: "Man kann sagen, dass es egoistisch war"

Götze erklärt in der DAZN -Doku derweil, dass er "nicht so weit gedacht" und rund um seinen Wechsel nicht damit gerechnet hätte, "was es für Ausmaße erreicht und wie es die Leute aufnehmen. Im Nachhinein kann man sagen, dass es egoistisch war, aber im Endeffekt ist es auch Leistungssport. Man hat vielleicht nur zehn bis 15 Jahre auf dem Niveau."

Götze steht beim BVB noch bis 2020 unter Vertrag, Klopp besitzt beim FC Liverpool Kontrakt bis 2022.