IWH: Krieg und hohe Inflation belasten Konjunktur

HALLE (dpa-AFX) - Die wirtschaftliche Lage bleibt laut einer aktuellen Prognose des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) angesichts von Lieferengpässen und der hohen Inflation angespannt. "In Deutschland wird die konjunkturelle Entwicklung durch den Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen Preissteigerungen sowie unterbrochene Lieferketten schwer belastet", sagte Oliver Holtemöller, Vizepräsident des IWH, am Dienstag. "Dadurch werden die Chancen auf eine kräftige Erholung deutlich geschmälert."

Nach der Sommerprognose des IWH wird das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2022 nur noch um 1,5 Prozent zunehmen, nach einer Zunahme von 2,9 Prozent im Jahr 2021. In Ostdeutschland liege der erwartete Zuwachs 2022 bei einem Prozent.

Ähnliches erwartet der Industrieverband BDI, der seine Konjunkturprognose am Dienstag beim Tag der Industrie drastisch nach unten schraubte. Er erwarte für 2022 ebenfalls nur noch ein Wachstum der Wirtschaftsleistung in Deutschland um rund 1,5 Prozent.

Die weitestgehend aufgehobenen Corona-Regelungen werden laut IWH einigen Dienstleistungsbranchen und dem Gastgewerbe Schwung geben. Allerdings drückt demnach der Krieg in der Ukraine auf die Konsumentenstimmung, und die hohe Inflationsrate dürfte den privaten Konsum dämpfen. Positiv könnte sich hingegen die starke Erhöhung des Mindestlohns auswirken.

"Sollte es im Winterhalbjahr zu Einschränkungen der wirtschaftlichen Aktivität kommen, dürfte sich die konjunkturelle Erholung weiter verzögern", so Holtemöller. Das öffentliche Finanzierungsdefizit dürfte sich im laufenden Jahr den Angaben zufolge verringern. Die öffentlichen Investitionen nehmen demnach zwar zu, die Subventionen und die geleisteten Vermögenstransfers gehen mit dem Auslaufen der coronabedingten Hilfsmaßnahmen jedoch zurück.

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