IWF ruft G20 zu Stärkung der Weltwirtschaft auf

Der G20-Gipfel findet in Hamburg statt

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat an die G20-Staatengruppe appelliert, sich auf Maßnahmen zur Stärkung der Weltwirtschaft zu einigen. In einem kurz vor dem G20-Gipfel in Hamburg veröffentlichten Bericht warnte der IWF am Mittwoch, dass sich die globale Konjunktur zwar in einer Erholungsphase befinde, mittelfristig jedoch weiterhin Risiken bestünden. Es seien deshalb "handfeste politische" Maßnahmen nötig, um die globale Konjunktur zu stützen.

Als Risiken für die Weltwirtschaft benannte der Fonds unter anderem niedrige Produktivitätszuwächse, hohe Unternehmensschulden in den Schwellenländern und insbesondere in China sowie die mehr als fünf Monate nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump fortbestehenden Unsicherheiten hinsichtlich der künftigen US-Wirtschaftspolitik. Seine Konjunkturprognose für die Vereinigten Staaten hatte der IWF deshalb bereits Ende Juni nach unten korrigiert.

Der IWF zeigte sich auch besorgt darüber, dass der Finanzsektor weiterhin nicht ausreichend krisenfest sei. Ein Abbau der nach der Finanzkrise von 2008 eingeführten Regulierungen dürfe nicht zu einer Schwächung der Eigenkapitalressourcen der Finanzinstitute führen, warnte der Fonds.

IWF-Direktorin Christine Lagarde schrieb in einem Internet-Kommentar, angesichts der seit einem Jahr andauernden Erholung der Weltwirtschaft sei die Stimmung gut. Doch dürfe dies nicht zum Nichtstun verleiten - denn dies könnte dann zu einem "Rezept für plötzlich auftretende finanzielle Bedrängnis" werden. Die Staats- und Regierungschefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer beraten an diesem Freitag und Samstag unter anderem über die Lage der Weltwirtschaft.