IW-Studie: AfD-Anhänger neigen zu Extremen

AfD-Anhänger haben in beinahe allen politischen Sachfragen extremere Ansichten als die Anhänger anderer Parteien. Selbst in der eurokritischen Anfangszeit sprachen sich AfD-Sympathisanten vor allem gegen Zuwanderung aus, wie eine IW-Studie ergab

AfD-Anhänger haben einer Studie zufolge in beinahe allen politischen Sachfragen extremere Ansichten als die Anhänger anderer Parteien. Selbst in der eurokritischen Anfangszeit sprachen sich AfD-Sympathisanten vor allem gegen Zuwanderung aus, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) ergab. Die AfD-Führung scheine die Einstellungen ihrer Klientel zunehmend in ihr Programm übernommen und personell nachvollzogen zu haben, lautete das Fazit der Forscher.

Gegründet wurde die Alternative für Deutschland im Frühjahr 2013 im Zuge der Diskussionen um den Eurorettungsschirm. Doch von Anfang an gab es der Studie zufolge ein Thema, das die Parteianhänger noch kritischer sahen als die Eurorettungspolitik: Sie waren und sind im Gegensatz zur restlichen Bevölkerung dezidiert gegen Zuwanderung und die Aufnahme von Flüchtlingen.

In der Studie, die im "Forschungsjournal Soziale Bewegungen" erschien, untersuchten die Forscher anhand von Umfragen die Einstellungen von AfD-Anhängern zu politischen Sachfragen und die programmatische Verortung der Partei. In nahezu allen politischen Fragen nehmen demnach die Anhänger der AfD jeweils die extremste Position aller Wahlberechtigten ein.

Sehr einseitige Ansichten vertreten sie etwa beim Verhältnis zur Türkei, bei einem stärkeren Engagement Deutschlands bei internationalen Krisen, dem Sicherheitsgefühl oder der Frage, ob Volksabstimmungen bessere Entscheidungen hervorbringen. Bei letzterem meinen 88 Prozent der AfD-Sympathisanten, dass die Entscheidungen so besser würden, nur neun Prozent verneinen dies.

Nicht allein die Neigung zu Extremen sei bezeichnend für die AfD-Klientel, die von Beginn an eher radikal als wirtschaftsliberal eingestellt war. Die Parteiführung scheine die Einstellungen ihrer Anhänger zunehmend programmatisch adaptiert und personell nachvollzogen zu haben. "Daher ist es plausibel, die Partei als populistisch-opportunistische Organisation zu charakterisieren, die in ihrer programmatischen Radikalisierung den Einstellungen ihrer Anhänger folgt", sagte der Mitautor der Studie, Knut Bergmann.