IW: Bemerkenswert stabile Einkommens- und Vermögensverteilung

KÖLN/BERLIN (dpa-AFX) - Die Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen in Deutschland hat nach einer IW-Studie in den vergangenen Jahren nicht weiter zugenommen. Seit dem Jahr 2005 schwanke die Ungleichheit in den verfügbaren Haushaltseinkommen auf einem nahezu unveränderten Niveau und sei nach aktueller Datenlage im Jahr 2017 auch nicht signifikant höher als im Jahr 2009. Das geht aus einer am Sonntag vorgelegten Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hervor. Auch die Verteilung des Nettovermögens stelle sich als bemerkenswert stabil heraus.

"Angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen der letzten Jahre ist dies als Erfolg zu werten", schreiben die IW-Forscher. Kritisch seien weiter die relativ hohen Niedrigeinkommensquoten in Ostdeutschland und der Menschen mit einem Migrationshintergrund

Zur Verteilung der Einkommen und Vermögen in Deutschland gibt es seit Jahren unterschiedliche Ansichten. Als weitgehend unstrittig gilt, dass bis zum Jahr 2005 die Ungleichheit stark zugenommen hatte. Über die Folgejahren herrscht dagegen Dissens. So hatte etwa das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in einer im Herbst 2019 vorgelegten Studie ermittelt, dass sich die Schere zwischen Wohlhabenden und unteren Einkommensgruppen in den vergangenen Jahren weiter geöffnet habe. Andere Ökonomen wie das IW sagen dagegen, dass sich das Niveau weitgehend stabilisiert habe.