Ivanka Trump: Warum eine Flagge auf einem Familienfoto für Befremden sorgt

Im Weißen Haus beim Chanukka-Fest Anfang Dezember: Ivanka Trump mit Ehemann Jared Kushner und Sohn Theodore. (Bild: Getty Images)

Ivanka Trump und ihre Familie sind dem US-Winter entflohen und machen zurzeit Urlaub in wärmeren Gefilden. Ein Foto, das die First Daughter von ihrem Trip auf Twitter postete, sorgt dabei für Aufsehen: Im Hintergrund ist nämlich eine Konföderiertenflagge zu sehen.

Da hätte sie wohl etwas genauer hinschauen sollen: Am zweiten Weihnachtsfeiertag passierte der Unternehmerin und Politberaterin Ivanka Trump ein Malheur. Während ihres Urlaubes mit Ehemann Jared Kushner und den gemeinsamen Kindern machte Ivanka Trump eine Reihe von Fotos bei einem Bootsausflug. Kushner ist darauf mit Söhnchen Joseph beim Angeln zu sehen. Ein anderes Bild zeigt Vater und Sohn mit einem gefangenen Fisch. Alles ganz harmlos.

Auf einem weiteren Bild jedoch hält Kushner seinen Sohn Joseph im Arm. In nur einigen Metern Entfernung ist hinter Kushner ein anderes Boot zu sehen. Und auf diesem sind zwei Flaggen angebracht: Der Star-Spangled-Banner und die Konföderiertenflagge.


Auf Twitter haben sich einige User die Mühe gemacht, das Originalfoto zu vergrößern. Dort erkennt man die umstrittene Flagge eindeutig. Die Reaktionen der User reichen von Erstaunen und der Frage: „Ist das da die Konföderiertenflagge?“ bis hin zu Spott à la: „Perfekt“.




Immer wieder ist die Konföderiertenflagge, auch Südstaatenflagge genannt, derzeit in den USA ein Streitpunkt. Während sie in manchen südlichen Bundesstaaten sogar noch vor offiziellen Gebäuden hängt, gilt sie in vielen anderen Teilen des Landes als problematisch, da sie nicht nur an den Bürgerkrieg in den 1860er-Jahren erinnert, sondern für viele auch für den Rassenhasses und die Sklaverei der damaligen Zeit steht.

Zwar hat die Familie Trump die Flagge im Hintergrund möglicherweise gar nicht bemerkt – als First Daughter und Beraterin ihres Vaters hätte Ivanka Trump allerdings besser die Umgebung unter die Lupe nehmen sollen, bevor sie dieses Foto ins Netz stellte.

Es ist erst wenige Monate her, da schaltete sich Ivanka Trump in eine nationale Debatte ein: In Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia waren Anfang August rechtsextreme Gruppen und weiße Rassisten auf die Straße gegangen, um für den Erhalt eines Konföderierten-Mahnmals zu protestieren. Bei einer Gegendemonstration wurde eine Frau getötet, als ein Rechtsradikaler mit seinem Auto in die Menge raste. Konföderierten-Symbole finden sich immer wieder bei rechtsradikalen Aufmärschen – ein weiterer Grund, warum viele US-Amerikaner diese aus dem öffentlichen Leben verbannen wollen.

Weil US-Präsident Donald Trump im Anschluss an diesen Vorfall rechte Gewalt nicht ausdrücklich verurteilte, entbrannte in den USA eine Debatte, ob Trump mit diesen Leuten heimlich sympathisiere. Kurz darauf meldete sich seine Tochter Ivanka auf Twitter zu Wort. In der US-Gesellschaft sei „kein Platz für Rassismus, weiße Vorherrschaft und Neonazis“, hat die 36-Jährige damals geschrieben.

Nach ihrer Fotopanne wäre ein erneutes Statement angebracht – das bisher aber noch aussteht.