Ivanka Trump fordert Null-Toleranz bei sexueller Belästigung

Ivanka Trump

Angesichts immer neuer Sexismus-Vorwürfe gegen prominente Männer aus Politik und Unterhaltung hat Ivanka Trump null Toleranz bei sexueller Belästigung gefordert. Allzuoft würden Frauen am Arbeitsplatz nicht mit dem "gebührenden Respekt" behandelt, kritisierte die Tochter von US-Präsident Donald Trump am Freitag vor der Weltversammlung der Frauen in Tokio. Als Beispiel nannte sie sexuelle Belästigung und fügte hinzu, diese dürfe "niemals" hingenommen werden.

Auslöser der jüngsten Debatte waren vor rund einem Monat Enthüllungen, laut denen der US-Filmproduzent Harvey Weinstein über drei Jahrzehnte hinweg Frauen sexuell belästigt haben soll. Mehr als 50 Frauen haben sich mit entsprechenden Vorwürfen gemeldet, darunter Stars wie Gwyneth Paltrow und Angelina Jolie. Mindestens acht Frauen werfen Weinstein vor, darunter nun auch Schauspielerin Paz de la Huerta.

Seit den Enthüllungen vergeht kaum ein Tag ohne neue Vorwürfe gegen Schauspieler, Regisseure, bekannte Medienvertreter oder Politiker. Mit immer neuen Missbrauchsvorwürfen konfrontiert sieht sich auch Hollywoodstar Kevin Spacey.

Der Streamingdienst Netflix hatte wegen der Anschuldigungen bereits die Dreharbeiten zur sechsten Staffel der Erfolgsserie "House of Cards" gestoppt, in der Spacey die Hauptrolle spielt. Mitarbeiter der TV-Serie berichteten nun dem Sender CNN, am Set habe wegen der häufigen Übergriffe des 58-Jährigen gegenüber jungen männlichen Angestellten eine "vergiftete Atmosphäre" geherrscht.

Insgesamt sprachen acht frühere und gegenwärtige Mitarbeiter mit dem Sender. Einer von ihnen warf Spacey vor, ihn in der frühen Phase der Serie sexuell belästigt zu haben.

Ein ehemaliger Schauspielschüler Spaceys berichtete der Internetseite "Vulture" unterdessen von einem Vergewaltigungsversuch, als er 15 Jahre alt gewesen sei. Er habe mit zwölf Jahren Spaceys Schauspielunterricht besucht und zwei Jahre später eine "sexuelle Beziehung" mit ihm angefangen, sagte der Mann, der nicht genannt werden wollte. Nach dem Vorfall in Spaceys Wohnung aber habe er das Verhältnis abgebrochen. Er bezeichnete Spacey als "Sextäter und Pädophilen".

Als Reaktion auf die Vorwürfe beendete die niederländische Bank ING ihre Zusammenarbeit mit dem Star und lud ihn am Freitag von einer Konferenz für Unternehmer wieder aus.

Die Sexismus-Debatte war vor rund einem Jahr schon einmal hochgekocht, als zum Ende des US-Präsidentschaftswahlkampfs eine heimliche Aufzeichnung aus dem Jahr 2005 veröffentlicht wurde, in der Donald Trump sich in vulgären Worten mit Übergriffen gegen Frauen brüstet. Danach meldeten sich mehrere Frauen zu Wort, die ihm sexuelle Belästigung vorwarfen.