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Italiens längster Fluss Po leidet unter der Dürre

Er ist Italiens längster Fluss und einer der Hauptflüsse Europas: der Po fließt französisch-italienischen Grenze Richtung Osten und mündet bei Adria ins Meer. Der einst majestätische Fluss hat sich durch jahrelange Dürre in ein Rinnsal verwandelt, das durch das ausgetrocknete Flussbett strömt. Der Wassermangel, der sonst nur im Sommer auftrat, ist nun auch in den Wintermonaten zur Normalität geworden.

"Wir befinden uns tatsächlich im Fluss, im Monat März. Normalerweise würde der Wasserstand im Frühling wegen der Schneeschmelze höher als wir sein. Doch nun stehen wir mittendrin und das Flussbett des Po ist so gut wie trocken", erklärt Luigi Bisi, Präsident des Sanierungskonsortiums Piacenza.

Zu dieser Jahreszeit strömen normalerweise 1.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde entlang, derzeit sind es 300 Kubikmeter - ein historisches Tief, das Experten beunruhigt.

"Etwas Wasser fließt zu meiner Rechten, auf der linken Seite ist trockene Erde. Dennoch handelt es sich hier nicht um verschiedene Lebensräume, sondern dieselbe Flusslandschaft. Tatsächliche laufe ich entlang des Flussbettes, durch das kilometerlang kaum Wasser fließt", kommentiert Euronews-Korrespondent Luca Palamara.

Staudamm mit historischem Tiefstand

Der große Staudamm, der 71.000 Quadratkilometer umfasst, liefert Wasser für die Landwirtschaft und zur Stromgewinnung - doch inzwischen müssen sich die Anwohner:innen mit der Trockenheit arrangieren.

"Es hat seit einem Jahr oder länger nicht geregnet. Wir planen gerade unsere Kulturen für den nächsten Sommer. Da wir kein Wasser haben, können wir keine Tomaten säen, pflanzen oder ernten - wie wir es sonst tun, denn wir haben kein Wasser und können nicht damit rechnen", so ein Landwirt in der Region.

Der Molato-Damm befindet sich oberhalb des Tidone-Zuflusses- in diesem Jahr wurde ein Negativrekord bei der Stauleistung erreicht: gerade mal 12 Prozent des Stausees sind gefüllt, der niedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre. Letztes Jahr waren es noch 30 Prozent.

Kein Ende der Dürre in Sicht

"Wenn der See gefüllt ist, reicht er bis zu den großen Löchern dort drüben. Von unserem Standpunkt aus würden sich mindestens 5,6,10 Meter Wasser über unseren Köpfen befinden. Es ist März, Mitte März, und normalerweise würde dieser Stausee gut gefüllt sein. Es ist vorgekommen, dass wir das Wasser ablassen mussten", erklärt Bisi weiter.

Das Bild des trockenen Flussbettes ist ein alltäglicher Anblick geworden, auch im Winter. Ein weiterer regenfreier Tag neigt sich dem Ende zu.