Gespräche zur Regierungsbildung in Italien begonnen

Salvini und Di Maio (r.)

Einen Monat nach der Parlamentswahl in Italien hat Staatspräsident Sergio Mattarella am Mittwoch Beratungen zur Bildung einer Regierung aufgenommen. Er traf zunächst Elisabetta Alberti Casellati, eine Vertraute des ehemaligen Regierungschefs Silvio Berlusconi von der Partei Forza Italia. Diese war vor gut einer Woche zur Senatspräsidentin gewählt worden.

Danach war der Präsident des Abgeordnetenhauses, Roberto Fico von der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung (M5S), an der Reihe, gefolgt vom ehemaligen Staatschef Giorgio Napolitano. Am Nachmittag sollte es Gespräche mit Vertretern kleinerer Parteien geben. Am Donnerstag will Mattarella dann Vertreter großer Parteien treffen. Zum Schluss standen Konsultationen mit der rassistischen Lega-Partei und mit weiteren Vertretern der M5S auf dem Programm.

Die von Luigi Di Maio geführte M5S war bei der Parlamentswahl am 4. März mit 32,7 Prozent der Stimmen stärkste Kraft geworden. Die Lega mit ihrem Chef Matteo Salvini wurde mit 17,3 Prozent stärkste Kraft innerhalb des rechten Wahlbündnisses mit Forza Italia und den neofaschistischen Fratelli d'Italia, das gemeinsam auf 37 Prozent kam.

Sowohl Di Maio als auch Salvini beanspruchen das Amt des Ministerpräsidenten für sich. Angesichts der Patt-Situation könnten sie jedoch gezwungen sein, einen dritten Kandidaten zu akzeptieren, dem beide Lager zustimmen können.