Italiens Fünf-Sterne-Bewegung kurz vor Parlamentswahl von Skandal erschüttert

Fünf-Sterne-Chef Luigi Di Maio

Drei Wochen vor der Parlamentswahl in Italien wird die populistische Fünf-Sterne-Bewegung von einem Skandal wegen persönlicher Bereicherung einiger ihrer Abgeordneten erschüttert. Etwa zehn Abgeordnete hätten gegen die Selbstverpflichtung ihrer Partei verstoßen, die Hälfte der Abgeordnetenbezüge in einen Fonds für kleine und mittelständische Unternehmen einzuzahlen, berichteten italienischen Medien am Dienstag. In dem Fonds fehlten daher mehr als eine Million Euro.

Die betreffenden Abgeordneten sollen den Berichten zufolge die Zahlungen an den Fonds zunächst geleistet haben, so dass sie auf der dazugehörigen Website als Einzahler aufgelistet sind. Innerhalb von 24 Stunden hätten sie ihre Überweisungen aber zurückgezogen, so dass sie das Geld in ihre eigene Tasche wanderte, sie aber weiter als Unterstützer des Fonds aufgeführt wurden.

Fünf-Sterne-Chef Luigi Di Maio erklärte, er werde die "faulen Äpfel" aus der Partei aussortieren. Zwei Abgeordnete seiner Partei, die ihr Fehlverhalten eingeräumt hätten, habe er aufgefordert, das Geld in den Fonds einzuzahlen und nach einem Sieg bei der Parlamentswahl am 4. März zurückzutreten.

Zugleich stellte Di Maio das Täuschungsmanöver der Abgeordneten als Einzelfälle dar. "In einem normalen Land, würden die Nachrichten lauten, dass die Fünf-Sterne-Bewegung 23,1 Millionen Euro aus ihren Bezügen gespendet hat, Geld, das dazu beigetragen hat, 7000 Unternehmen zu gründen und 14.000 Arbeiter einzustellen", erklärte der 31-jährige Parteichef.

Bisher lag die Fünf-Sterne-Bewegung, die sich den Kampf gegen Korruption auf die Fahnen geschrieben hat, in Umfragen vorn. Die besten Chancen auf die Regierungsbildung nach der vorgezogenen Parlamentswahl hat demnach allerdings ein Rechtsbündnis unter Führung der Forza Italia von Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi.