Italiens Außenminister zu russischer Getreide-Blockade: Todesurteil

ROM (dpa-AFX) - Italiens Außenminister Luigi Di Maio hat die Blockade ukrainischer Häfen durch die russische Marine scharf verurteilt. Moskau hindert die Ukraine derzeit daran, das in vielen Teilen der Welt dringend benötigte Getreide auszuschiffen. "Den Weizen zu blockieren bedeutet, Millionen von Kindern, Frauen und Männern als Geiseln zu nehmen und sie zum Tod zu verurteilen", sagte Di Maio am Mittwoch bei einer Konferenz zur Ernährungssicherheit als Folge des Ukraine-Krieges. An dem Online-Treffen nahm neben Anrainerstaaten des Mittelmeerraumes auch Deutschland als G7-Vorsitzender teil.

Di Maio äußerte die Hoffnung, dass unter der Vermittlung der Türkei ein Ende der Blockade im Schwarzen Meer ausgehandelt werden könne und viele Staaten, unter anderem in Afrika, wieder mit Weizen und anderem Getreide beliefert werden können. "Wir erwarten von Russland klare und konkrete Signale", sagte der Minister bei einer Pressekonferenz in Rom zusammen mit Qu Dongyu, dem Generaldirektor der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen.

Qu Dongyu warnte einmal mehr vor den dramatischen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine, dem die Corona-Pandemie als andere globale Krise vorausgegangen war. Die Nahrungsmittelketten auf der Welt sind arg geschwächt oder sehr gefährdet. Der Chinese sagte: "Wir müssen die Krise als neuen Weckruf sehen." Die FAO fordert Staaten, Konzerne und Organisationen unter anderem auf, den Anbau, die Herstellung und die Verteilung von Lebensmitteln umzustellen, damit Menschen sicherer zu Nahrung kommen und lokale Erzeuger sowie Bauern gestärkt werden.

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