Italienische Regierung stuft Toskana und Kampanien als "rote Zonen" ein

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Rettungsstelle in Neapel
Rettungsstelle in Neapel

Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen hat die italienische Regierung auch die Toskana und Kampanien als "rote Zonen" eingestuft. Laut dem am Freitagabend von Gesundheitsminister Roberto Speranza unterzeichneten Dekret gelten damit nun auch in Großstädten wie Florenz und Neapel verschärfte Corona-Maßnahmen. Insgesamt sind inzwischen rund 26 der 60 Millionen Einwohner Italiens von den strikten Maßnahmen betroffen.

Um die rasante Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, hat die italienische Regierung eine landesweite nächtliche Ausgangssperre verhängt und die Regionen in drei Risikostufen unterteilt, in denen abhängig von der Infektionslage unterschiedlich strikte Maßnahmen gelten. Es gibt rote, orangefarbene und gelbe Regionen.

In den sieben roten Regionen müssen die Menschen weitgehend zu Hause bleiben. Ausnahmen gelten nur für den Weg zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen. Bars, Restaurants und fast alle Läden müssen schließen.

In den orangenen Regionen dürfen die Menschen zwar das Haus, aber nicht ihren Wohnort verlassen. Am Freitagabend erklärte die Regierung drei weitere Regionen – Emilia-Romagna, Friaul-Julisch Venetien und Marken – zu orangenen Zonen. Damit gibt es nun nur noch fünf gelbe Zonen, darunter die Hauptstadt Rom.

Kampanien wurde direkt von der gelben zur roten Zone erklärt. Besonders schlimm ist die Situation derzeit in der Regionalhauptstadt Neapel, wo die Krankenhäuser schon so überfüllt sind, dass Patienten in ihren Autos behandelt werden müssen oder in Rettungswagen mit dem Tode ringen.

"Ich weiß, dass wir weitere Opfer verlangen", warb Gesundheitsminister Speranza um Verständnis für die erneute Verschärfung dder Maßnahmen. "Aber es gibt keinen anderen Weg, wenn wir die Zahl der Todesopfer senken, die Ansteckungen eindämmen und einen unerträglichen Druck auf unser Gesundheitssystem verhindern wollen."

Italien war schon zu Beginn der Corona-Pandemie besonders hart von dem Virus betroffen. Mittlerweile haben sich mehr als eine Million Menschen in dem Land infiziert, mehr als 44.000 Infizierte sind gestorben. Am Freitagabend meldeten die italienischen Behörden fast 41.000 neue Infektions- und 550 Todesfälle binnen eines Tages.

mid/gt