Italienische Presse fällt über Ferrari her

Sebastian Vettel hat in der WM-Wertung 59 Punkte Rückstand auf Lewis Hamilton

Nach dem erneuten Debakel beim Großen Preis der Formel 1 in Japan sieht sich Ferrari in den italienischen Medien heftiger Kritik ausgesetzt. "Alle" werden auf der "Anklagebank landen", schreibt etwa La Repubblica.

Die englische Presse sieht Lewis Hamilton derweil auf dem besten Weg, zum erfolgreichsten britischen Fahrer aller Zeiten aufzusteigen. Ferrari und Vettel hätten dem Briten seinen vierten Titel auf dem Silvertablett serviert.

SPORT1 zeigt internationale Pressestimmen zum Rennen in Japan.

England

The Sun: "Hamilton fährt zum Sieg in Japan und lässt seinen Rivalen Sebastian Vettel im Weltmeisterschafts-Rennen schwanken. Der Brite startete von der Pole und fuhr ein fehlerfreies Rennen zu seinem 61. Karrieresieg, während sein Titelrivale Vettel einen weiteren Schock erlebte."

The Guardian: "Lewis Hamilton im Traumland, er sieht den Titel aber noch nicht als gegeben an. Sein Sieg beim japanischen Grand Prix und das Scheitern seines Weltmeisterschaftsrivalen Sebastian Vettel haben Hamilton zum kommenden Champion gemacht, bereit zum erfolgreichsten britischen Fahrer aller Zeiten aufzusteigen."


Daily Mail: "Für Hamilton war dieser warme Nachmittag einer der spannendsten seiner bemerkenswerten Karriere: Der Sieg im japanischen Grand Prix bescherte ihm einen 59-Punkte-Vorsprung im Weltmeisterschafts-Rennen. Ein vierter Titel würde ihn in der britischen Ruhmeshalle vor Sir Jackie setzen."

The Telegraph: "Ferrari und Sebastian Vettel servieren Hamilton den Titel auf einem Silbertablett. Die Scuderia sah Vettel in Japan nach gerade einmal vier Runden aufgrund eines Zündkerzenausfalls aufgeben. Ein Drei-Punkte-Unterschied wurde innerhalb von drei Rennen zu einem 59-Punkte-Unterschied."

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: "Ciao WM-Titel! Ferrari schaltet sich aus. Eine Zündkerze verrät Vettel. Beim Rennen in Suzuka, bei dem es für Ferrari um die Rettung der Saison ging, bleibt für Maranello nur Reue übrig. Suzuka war für Vettel wie für Prost im Duell gegen Senna verwunschen. In drei Rennen - von Singapur bis Japan über Malaysia - hat Maranello drei Siege verschenkt und all das Gute vernichtet, was in den letzten 13 GP aufgebaut worden war."

Corriere dello Sport: "Ferrari am Boden. Jetzt heißt es, in die Zukunft zu blicken und an die Saison 2018 zu denken. Maranello hat in Japan ein Desaster erlebt. Die WM ist verraucht und zwar aus Gründen, die schwierig zu verarbeiten sind. Ferrari hat dem Rivalen Mercedes zu viel geschenkt. Die drei asiatischen Rennen sind zu einem Albtraum für Ferrari geworden."

Tuttosport: "Ferrari stürzt auch in Suzuka und verschenkt den WM-Titel. Hamilton ist einfach perfekt. Seine direkten Rivalen helfen ihm zum Sieg. Vier Siege und ein zweiter Platz bei fünf GP sagen sehr viel über sein Talent und die Effizienz seines Autos. Eine Zuverlässigkeit, die Ferrari in dieser Saison nicht garantieren konnte."


La Stampa: "Eine Zündkerze löscht Ferraris Siegesträume aus. Maranello ist für diese Saison am Ende des Rennens angelangt. Das Auto verrät wieder einmal Vettel. Das Team muss jetzt hart an der Zuverlässigkeit des Autos arbeiten. Ferrari muss schnell diesen schwarzen Monat vergessen und nach den Ursachen der Pleite suchen. Bis September hat Ferrari noch auf Mercedes-Niveau gekämpft, dann ist das Team unter dem Druck von Fehlern und Zuverlässigkeitsmängeln zusammengebrochen."

La Repubblica: "Ferrari wird von einer Zündkerze, die nur wenige Euro kostet, versenkt. Jetzt muss sich Maranello auch um Vettels zweiten Platz Sorgen machen. Wie konnte man mit einem derart schnellen Auto die Meisterschaft verlieren? Bei Maranello steht ein Prozess bevor. Auf der Anklagebank werden alle landen: Piloten, Techniker bis zu den Managern."

Corriere della Sera: "Bitterer Orient für Ferrari. Kleine Details haben dem Team enorme Probleme verursacht. Dabei ist das Auto so schnell wie noch nie. Bei der extremen Suche nach hohen Leistungen hat die Zuverlässigkeit zu wünschen übrig gelassen: Ein hartes Erwachen nach dem großen Siegestraum."

ÖSTERREICH

Kronen Zeitung: "Hamilton lacht über Vettels frühes Aus. Die Ostasien-Tournee hat Sebastian Vettel vermutlich den Formel-1-WM-Titel 2017 gekostet. Lewis Hamilton fuhr unbeirrt zu seinem achten Saisonsieg. Angesichts von 59 Punkten Rückstand bei noch vier Rennen braucht Vettel nun ein kleines Wunder."

SCHWEIZ

Neue Zürcher Zeitung: "Ferrari erneut mit einer Panne, Hamilton zieht davon. Lewis Hamilton gewinnt auch den Formel-1-GP von Suzuka, während sein Titel-Kontrahent Sebastian Vettel ausscheidet. Bei Ferrari wackelt der Sitz des Teamchefs immer stärker."


SPANIEN

Marca: "Hamilton schließt den Vorhang zur Formel-1-WM. Entscheidender Sieg nach Vettels K.o. Schade um Vettels Ausfall, denn eine gute Platzierung hätte den WM-Kampf spannend gehalten. Für Hamilton war es ein bequemes Rennen."

AS: "Triumph von Hamilton in Japan, und Vettel muss frühzeitig die Segel streichen. Der Brite hat nach dem Ausfall Vettels den halben Titel in der Tasche. Welch ein Pech für Seb, aber da kann er am Ende nichts für. Es sieht immer mehr nach dem vierten WM-Titel für Hamilton aus, es müsste schon mit dem Teufel zugehen, damit der Brite es am Ende nicht wird."

Sport: "Das Urteil in der WM fällt zugunsten von Hamilton, ein weiteres Drama für Ferrari. Das Rennen ist für Ferrari ein Desaster, sie hätten es verdient, bis zum letzten Rennen um den Titel zu kämpfen. Eine italienische Tragödie."

El Mundo Deportivo: "Hamilton mit Vollgas Richtung vierter Titel. Der britische Gentleman verkleidete sich als Samurai in Suzuka. Die Alarmglocken schrillen bei Ferrari. Ein ganz mieser Tag für den italienischen Rennstall. Ein herber Rückschlag für Vettels Titelambitionen. Es muss schon ein Wunder her, damit Vettel überhaupt noch eine Chance hat."