Italienische Bank Monte dei Paschi will ein Drittel der Filialen schließen

Die älteste Bank der Welt will aus der Krise

Die italienische Bank Monte dei Paschi di Siena (BMPS) will die Zahl ihrer Mitarbeiter und Filialen bis zum Jahr 2021 drastisch verringern, um wieder schwarze Zahlen schreiben zu können. Das älteste Geldinstitut der Welt teilte am Mittwoch mit, etwa 600 seiner 2000 Niederlassungen zu schließen. Außerdem sollen 5500 Arbeitsplätze wegfallen.

Mit diesem Geschäftsplan wolle die Bank wieder effizienter werden, hieß es. Nach einem Verlust von 3,2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr strebe die Bank für 2019 einen Nettogewinn von rund 600.000 Millionen Euro und für 2021 von 1,2 Milliarden Euro an.

Erst am Dienstag hatte die EU-Kommission eine Beihilfe der italienischen Regierung in Höhe von 5,4 Milliarden Euro für das Geldinstitut genehmigt. Die zuständige EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager erklärte, damit könne die Bank im Falle einer unerwarteten Verschlechterung der wirtschaftlichen Bedingungen ihren Eigenkapitalbedarf decken. Das Fortbestehen der Bank sei langfristig gesichert.

Die Anteilseigner und andere Gläubiger steuerten 4,3 Milliarden Euro bei, damit die staatliche Beihilfe genehmigt werden konnte und, wie im EU-Beihilferecht vorgeschrieben, nur in beschränktem Maße Steuergelder eingesetzt werden müssen.

Die BMPS ist die Achillesferse des italienischen Bankensystems: Sie ächzt unter einem riesigen Berg fauler Kredite. Bis zu 28,6 Milliarden Euro an Darlehen werden vermutlich nie zurückgezahlt und sollen jetzt ausgegliedert werden. Beim Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) im Juli 2016 schnitt die BMPS am schlechtesten ab.