Italien rutscht nach rechts - der DAX in den Abgrund?

Thomas Bergmann
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DAX: Leichte Erholung trotz Italien und Handelsstreit

"Die Europäische Union wird einen üblen Abend verleben", twitterte die Chefin der rechtsextremen französischen Front National, Marine Le Pen, am Sonntag. Damit trifft sie den Nagel auf den Kopf, denn die Rechten haben bei den Wahlen in Italien einen deutlichen Sieg errungen. Der DAX hat aber nicht nur diese Nachricht zu verdauen. Donald Trump hat nach der Stahlindustrie die europäische Autoindustrie ins Visier genommen. Nebenbei sprach sich die SPD-Basis für eine neue GroKo aus. 

Trotz der starken Vorgaben von der Wall Street steht der DAX heute jedoch vor einer großen Belastungsprobe. Im vorbörslichen Handel notiert der XDAX schon bei 11.820 Punkten und damit unterhalb des langfristigen Aufwärtstrends. Sollte dieser gebrochen werden, stehen ungemütliche Zeiten bevor.

Auf die Stimmung drückt der Wahlausgang in Italien, der den Euroskeptikern in die Karten spielt. Allerdings ist noch offen, ob die Rechten auch eine Regierung bilden können. Man darf sich auf lange, zähe Verhandlungen einstellen.

Importzölle auf deutsche Pkws?

Nach Importzöllen für Stahl- und Aluminiumprodukte will US-Präsident Donald Trump offenbar auch die europäischen Autohersteller mit Zöllen belegen. Sollten die Europäer Zölle erheben, werde er ihre Kfz-Importe besteuern. Die Angst vor einem Handelskrieg belastet die Börse zusätzlich.

Aus technischer Sicht ist es um den DAX nicht gut bestellt. Der deutsche Leitindex hat nach der wichtigen 200-Tage-Linie auch die psychologisch bedeutsame 12.000-Punkte-Marke unterschritten. Zudem ist der seit dem Frühjahr 2016 gültige Aufwärtstrend bei 12.036 Zählern (auf Schlusskursbasis) Makulatur. Jetzt gilt es, den seit März 2009 bestehenden Aufwärtstrend zu verteidigen. Der verläuft bei 11.619 Punkten (mit einer Steigung von 2,18 Zählern pro Tag).