Italien kurz vor der Parlamentswahl

Italien steht kurz vor der Wahl: Am 4. März sind rund 51 Millionen Italiener aufgerufen,über ein neues Parlament abzustimmen. Der Wahlkampf war geprägt von rechten Parolen und ausländerfeindlichen Stimmen: Denn die vergangenen fünf Jahre unter dem sozialdemokratischen Partito Democratico waren unter anderem geprägt von der Flüchtlingskrise.

Kein Wunder, dass eine Protestpartei wie die populistische Fünf-Sterne-Bewegung Zuspruch bekommt. Mit ihrem smarten Spitzenkandidaten Luigi Di Maio ist sie laut Umfragen stärkste Einzelpartei, aber mit konstant 28 Prozent weit von einer Mehrheit entfernt. Im Gegensatz zum Parteigründer Beppe Grillo gibt sich Di Maio moderat und offen für Koalitionsgespräche.

Der Lega-Nord-Chef Matteo Salvini hat die einstige Regionalpartei auf einen stramm rechten Kurs und in ganz Italien in Stellung gebracht - Hauptthema des EU-Gegners ist der Kampf gegen die Migration: Er fährt einen Anti-Flüchtlingskurs und punktet mit dem Slogan "Die Italiener zuerst".

Der 81-jährige Multimillionär und mehrmalige Ministerpräsident Silvio Berlusconi darf zwar wegen einer Verurteilung wegen Steuerhinterziehung nicht selbst kandidieren. Er wäre aber gern Königsmacher für ein Mitte-Rechts-Bündnis seiner konservativen "Forze Italia", der rechtspopulistischen "Lega Nord" und zwei kleineren Rechtsparteien, das Umfragen vorne sehen.

Sozialdemokrat Matteo Renzi muss damit rechnen, das schlechteste Ergebnis in der Geschichte seiner Partei einzufahren. Der italienische Ministerpräsident und sozialdemokratische Kandidat Paolo Gentiloni punktet mit seinem Kampf gegen Populismus und für die "Werte der Demokratie."

Fraglich ist allerdings, ob überhaupt ein Bündnis oder eine Partei eine regierungsfähige Mehrheit erreicht.