Italien: Auch "Fünf Sterne" wollen regieren

Genauso wie die Lega sieht sich auch die Fünf-Sterne-Bewegung nach ihrem hervorragenden Wahlergebnis als diejenige Kraft, die das Land nun regieren sollte .

Dabei sind die fünf Sterne traditionell eher eine Oppositionskraft.

Man fühle die Verantwortung, Italien eine Regierung zu geben, sagt nun aber Luigi Di Maio, der Parteivorsitzende und Spitzenkandidat. Man sei bereit, mit allen darüber zu sprechen .

Dazu müsse man erst einmal anerkennen, dass die beiden Wahlbündnisse links und rechts zum Regieren zu wenige Stimmen hätten.

Deshalb werde man selbst diese Verantwortung übernehmen. Man fühle diese Verantwortung, das wolle man vor allem den Italienern und den Europäern sagen.

Di Maio steht nun die schwierige Aufgabe bevor, die als Oppositionsbewegung gegründete Partei auf Mainstream-Kurs zu bringen.

Im Wahlkampf versuchte die Partei - die sich traditionell weder als links noch rechts positioniert - auch konservativere Wähler zu erreichen.

Di Maio, aufgewachsen in Neapels Vorort Pomigliano d'Arco, verkörpert diesen Wandel der Partei. Vor Unternehmern sagte er zuletzt, dass die Fünf-Sterne-Bewegung nicht länger "populistisch" sei.

Von einem Referendum über einen Verbleib Italiens in der Eurozone, eigentlich immer Versprechen der Sterne, rückte er ab.

Zwar sitzen die Sterne im Europaparlament mit Parteien wie der AfD in einer Fraktion. Di Maio sagt aber, von dieser und anderen fremdenfeindlichen Parteien sei man "Lichtjahre" entfernt.