Was ist der „Black History Month“?

Demonstranten in London mit einem „Black Lives Matter“-Schild. (Bild: ddp Images)

In den USA und Kanada ist der Februar der „Black History Month“. In diesen Wochen werden bereits seit 1926 die kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leistungen und Beiträge afroamerikanischer Bürger anerkannt und gefeiert.

In amerikanischen und kanadischen Schulen lernen Kinder im „Black History Month“ alles über wichtige afroamerikanische Figuren der Geschichte, wie etwa Martin Luther King, Malcolm X und Rosa Parks. Der afroamerikanische Historiker Carter G. Woodson und der Pfarrer Jesse E. Moorland gründeten 1915 die „Association for the Study of African American Life and History“(„ASALH“), um die Geschichte des schwarzen Amerikas auch institutionell zu repräsentieren.

„Wenn eine Rasse keine Geschichte hat, hat sie keine erstrebenswerte Tradition, sie wird zu einem unbedeutenden Faktor für den Weltgedanken und steht in Gefahr, ausgerottet zu werden“, erklärte Carter G. Woodson die Bedeutung der Vereinigung. 1926 hatten Woodson und die „ASALH“ dann die „Negro History Week“ eingeführt. Dafür wurde die zweite Woche im Februar gewählt, da sowohl Abraham Lincoln (12. Februar) als auch Frederick Douglass (14. Februar), zwei wichtige Männer für die afroamerikanische Geschichte, in dieser Woche geboren wurden.

Ein alter Druck aus dem 19. Jahrhundert mit den wichtigsten afroamerikanischen Männern der USA: Frederick Douglass, Robert Brown Elliott, Blanche K. Bruce, William Wells Brown, R.T. Greener, Richard Allen, J.H. Rainey, E.D. Bassett, John Mercer Langston, P.B.S. Pinchback, und Henry Highland Garnet. (Bild: Getty Images)

Entwicklung seit den 1960er-Jahren

Durch die Bürgerrechtsbewegung der 1960er-Jahre entwickelte sich schließlich aus der „Negro History Week“ an US-Universitäten ein ganzer Monat. Viele Städte nahmen über die Jahre daran teil, jedoch erst US-Präsident Gerald Ford erkannte den Monat auch gesetzlich als eine nationale Feierlichkeit an. „Wir können die Gelegenheit ergreifen, die zu oft vernachlässigten Errungenschaften schwarzer Amerikaner in allen Bereichen unserer Geschichte zu würdigen“, erklärte Ford am 10. Februar 1976 zum 200. Jubiläum der Unabhängigkeitserklärung.

Kritik am „Black History Month“

Schauspieler Morgan Freeman hatte den „Black History Month“ 2005 in einem TV-Interview kritisiert. „Ich will keinen ‚Black History Month’. Schwarze Geschichte ist amerikanische Geschichte“, hatte er im „60 Minutes“-Interview erklärt. Freeman hatte damit argumentiert, dass es auch keinen „White History Month“ gäbe, weil weiße Menschen auch nicht wollten, dass ihre Geschichte auf einen einzigen Monat reduziert wird.

In Großbritannien wird der „Black History Month“ seit 1987 gefeiert, allerdings im Oktober. Auch in deutschen Städten wie Berlin, Hamburg und Frankfurt wird der Monat seit vielen Jahren mit Veranstaltungen und Projekten zelebriert.

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