Israels Präsident lehnt Begnadigung von Soldat Asaria ab

Asaria (M.) bei einer Anhörung im Juli

Der wegen der Tötung eines schwer verletzten Palästinensers verurteilte Soldat Elor Asaria wird nicht begnadigt. Präsident Reuven Rivlin habe ein entsprechendes Gesuch des Franko-Israelis abgelehnt, teilte das Büro des Staatschefs am Sonntag mit.

Der Soldat war im Februar von einem Militärgericht zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Asaria legte dagegen ebenso wie die Militärstaatsanwaltschaft Berufung ein, diese wurde aber abgeschmettert. Asaria muss seine Haftstrafe seit dem 9. August absitzen, sie wurde allerdings im September von Generalstabschef Gadi Eisenkot um vier Monate verkürzt..

Asaria hatte im März 2016 im besetzten Westjordanland einen bereits wehrlos am Boden liegenden Palästinenser getötet. Dieser hatte zuvor mit einem Komplizen einen israelischen Soldaten mit einem Messer angegriffen und leicht verletzt. Nachdem andere Soldaten auf ihn geschossen hatten, lag er blutend auf der Straße. Elf Minuten nach dem Angriff kam Asaria als Militärsanitäter dazu und tötete den Palästinenser mit einem Kopfschuss.

Asarias Fall hatte in Israel hohe Wellen geschlagen und die Öffentlichkeit tief gespalten. In rechten Kreisen wird der Soldat wie ein Held gefeiert, während Menschenrechtsorganisationen ihm eine "Hinrichtung" vorwerfen. Mehrere israelische Politiker riefen dazu auf, Asaria zu begnadigen. Dazu gehörten auch Regierungschef Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Avigdor Lieberman.