Israelischer Rabbiner verärgert Roms Gastronomen mit Artischocken-Entscheidung

Artischocken - unfrittiert

Mit einem Artischocken-Bann hat Israels oberste Religionsbehörde jüdische Gastronomen in Rom gegen sich aufgebracht. Der Streit dreht sich um das klassische Gericht "Carciofi alla Giudia", das Restaurants in Roms jüdischem Viertel seit Jahrhunderten ihren Gästen servieren. Es handelt sich um eine am Stück frittierte Artischocke. Israels Oberrabbinat erklärte das Gericht nun allerdings für nicht koscher, damit verstößt es gegen die jüdischen Speisevorschriften.

"Das Herz der Artischocke ist voller Würmer", sagte der zuständige Rabbiner Jitzchak Arasi der israelischen Zeitung "Haaretz". Die Zubereitung der Artischocke am Stück mache es unmöglich, sie ausreichend zu reinigen - und Würmer sind nicht koscher.

Aus Roms jüdischer Gastronomieszene kam Widerspruch. "Wir essen dieses Gericht seit 600 Jahren", sagte Umberto Pavoncello, Betreiber des Restaurants "Nonna Betta" in Roms jüdischem Viertel, am Freitag. Im Scherz fügte er hinzu: "Ich mache mir etwas Sorgen um die Seelen all der Leute, die das über die Jahrhunderte hinweg gegessen haben."

Der Gastronom beteuerte, dass es "sehr unwahrscheinlich" sei, dass Insekten und Würmer in seinen Artischocken hausten. Sein Restaurant wolle das Gericht auf jeden Fall weiter servieren.