Israelischer Atom-Forscher Vanunu entgeht einer weiteren Gefängnisstrafe

Der israelische Atom-Forscher Vanunu ist einer weiteren Gefängnisstrafe entgangen, soll aber wegen Kontakten zu US-Bürgern 120 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Vanunu ist seit1986 wegen Enthüllungen zum israelischen Atomwaffenprogramm in Schwierigkeiten

Der israelische Atom-Forscher Mordechai Vanunu ist einem weiteren Gefängnisaufenthalt entgangen, muss aber 120 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Diese Strafe setzte ein Gericht in Jerusalem am Montag gegen den 62-Jährigen fest, der seit 1986 wegen Enthüllungen zum israelischen Atomwaffenprogramm im Visier der Justiz ist. Das jüngste Urteil bezieht sich darauf, dass Vanunu trotz eines Kontaktverbots zu Ausländern 2013 in Jerusalem mit zwei US-Bürgern zusammentraf.

Vanunu wurde 1986 zunächst wegen Verrats und Spionage zu 18 Jahren Haft verurteilt. Nach seiner Freilassung 2004 wurden gegen ihn strenge Auflagen festgesetzt. Schon zwei Mal wurde er wegen Verstößen gegen die Auflagen zu weiteren Haftstrafen verurteilt. Richter Jaron Mientkawisch setzte nunmehr zwei Monate Gefängnis auf Bewährung und 120 Stunden gemeinnützige Arbeit fest.

Die ursprünglichen Enthüllungen Vanunus erfolgten 1986 in einem Gespräch mit der Londoner "Sunday Times". Seitdem gilt es als gesichert, dass Israel im Nahen Osten die einzige Atommacht ist. Vanunu hatte unter anderem Fotos von der Atomanlage Dimona, südwestlich vom Toten Meer in der Negev-Wüste, veröffentlicht.

Gegen Vanunu besteht weiterhin ein Ausreiseverbot. Im März sagte Vanunu, über das israelische Atomprogramm könnten keine Geheimnisse mehr an die Öffentlichkeit gelangen - "alles ist im Internet". Das Gespräch mit den US-Bürgern 2013 hatte nach Angaben von Vanunus Verteidigern nur "wenige Minuten" gedauert.