Mehr als 40 Verletzte bei Zusammenstößen an Grenze zum Gazastreifen

·Lesedauer: 2 Min.
Proteste am Grenzzaun im Gazastreifen

Bei den ersten schweren Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften seit Inkrafttreten einer Waffenruhe im Mai sind dutzende Menschen verletzt worden. Ein 13-jähriger palästinensischer Junge und ein israelischer Scharfschütze erlitten am Samstag am Grenzzaun am Gazastreifen lebensgefährliche Verletzungen, wie das Gesundheitsministerium in Gaza und die israelische Armee mitteilten. Die israelische Armee flog Luftangriffe auf Einrichtungen der radikalislamischen Hamas.

Am Grenzzaun zwischen dem Gazastreifen und Israel versammelten sich nach Angaben der Hamas am Samstag tausende Demonstranten. Sie zündeten Autoreifen an, warfen Brandsätze und versuchten, über den Zaun zu klettern. Ein Palästinenser schoss auf die israelischen Truppen.

Die israelische Armee erklärte, "hunderte von Aufrührern" hätten versucht, den Grenzzaun zu überwinden. Dabei seien auch Sprengsätze geworfen worden. Mehrere Palästinenser hätten versucht, einem Soldaten sein Gewehr zu entwinden. Die Soldaten hätten Tränengas eingesetzt und - "falls erforderlich" - auch scharf geschossen.

Die israelische Grenzpolizei teilte mit, ein 21-jähriger Scharfschütze ihrer Undercover-Einheit sei durch den Schuss eines palästinensischen Demonstranten schwer verletzt worden. "Es besteht Lebensgefahr."

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden auf palästinensischer Seite 41 Zivilisten verletzt, darunter ein 13-jähriger Junge, der am Kopf getroffen wurde.

Der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz sagte zu den Zusammenstößen im Fernsehen, es handele sich um "äußerst ernste Ereignisse, auf die wir reagieren werden". Kurz darauf teilte die israelische Armee mit, dass sie bei Luftangriffen auf den Gazastreifen vier Werkstätten der Hamas zum Waffenbau getroffen habe. Es gab keine unmittelbaren Berichte über Opfer. Zudem hat die Armee laut eigenen Angaben ihre Gaza-Division mit zusätzlichen Truppen verstärkt.

Die Hamas hatte für Samstag zu Protesten aufgerufen, um an einen Brandanschlag auf die Al-Aksa-Moschee vor 52 Jahren zu erinnern. Die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem ist das drittwichtigste Heiligtum des Islams nach Mekka und Medina.

Israels Konflikt mit der Hamas war zuletzt im Mai eskaliert, als die radikalislamische Palästinenserorganisation als Reaktion auf Zusammenstöße zwischen Palästinensern und der Polizei in Ost-Jerusalem massiv Raketen auf Israel abgefeuert hatte. Bis zum Inkrafttreten einer von Ägypten vermittelten Waffenruhe wurden bei israelischen Luftangriffen 260 Palästinenser getötet. Bei den Raketenangriffen der Hamas auf Israel wurden in diesem Zeitraum 13 Menschen getötet.

fml/jes

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.