Israelische Soldaten erschießen Palästinenser im Westjordanland

Sicherheitssperre in der Jerusalemer Altstadt

Im Westjordanland haben israelische Soldaten am Sonntag einen Palästinenser erschossen, der sie nach Angaben der Armee angreifen wollte. Der Verdächtige habe bei seiner versuchten Festnahme in der Stadt Nabi Salah "das Feuer eröffnen" wollen, erklärte die Armee. Wegen der "unmittelbaren Bedrohung" hätten die Soldaten daraufhin auf den Mann geschossen.

Der 34-jährige Palästinenser wurde verdächtigt, in zwei Fällen am Samstag auf Israelis im besetzten Westjordanland geschossen zu haben. Bei seiner versuchten Festnahme am Sonntag sei auch ein weiterer Palästinenser leicht verletzt und festgenommen worden.

Drei arabische Israelis hatten am Freitag in Jerusalem zwei israelische Polizisten erschossen und wurden daraufhin von Sicherheitskräften getötet. Daraufhin sperrte Israel den Tempelberg für zwei Tage. Ab Sonntag sollen Gläubige und Touristen wieder auf das für Muslime bedeutsame Areal gelassen werden. Auf dem Tempelberg befinden sich die Al-Aksa-Moschee und der Felsendom, zwei der heiligsten Stätten des Islam.

Seit einer neuen Eskalation der Gewalt zwischen israelischen Sicherheitskräften und Palästinensern im Oktober 2015 wurden mehr als 280 Palästinenser oder arabische Israelis sowie 44 Israelis und sieben Ausländer getötet. Bei der Mehrzahl der getöteten Palästinenser handelte es sich um erwiesene oder mutmaßliche Attentäter, die zumeist Messer für ihre Angriffe verwendeten.