Israelische Beamte erschießen Hauptverdächtigen des Rabbiner-Attentats

Nach vierwöchiger Fahndung haben israelische Sicherheitsvertreter den Hauptverdächtigen des tödlichen Attentats auf den Rabbiner Rasiel Schevah erschossen

Nach vierwöchiger Fahndung haben israelische Sicherheitskräfte den Hauptverdächtigen des tödlichen Attentats auf den Rabbiner Rasiel Schevah erschossen. Der Palästinenser Ahmad Dscharrar wurde bei einem Großeinsatz von Polizei, Armee und Geheimdienst in seinem Versteck gestellt und getötet, wie Israels Behörden am Dienstag mitteilten. Wenige Stunden zuvor war ein weiterer jüdischer Siedler im Westjordanland getötet worden. Israels Regierung drohte dem flüchtigen Täter mit aller Härte.

Dscharrar war bereits der dritte Palästinenser, der im Zuge der Fahndung nach den Schevah-Attentätern getötet wurde. Israelische Sicherheitskräfte spürten ihn in der Nacht zum Dienstag in seinem Versteck in Jamun im Westjordanland auf.

"Der Terrorist kam bewaffnet aus dem Haus, in dem er sich versteckt hielt", hieß es in der Erklärung des Inlandsgeheimdienstes Schin Beth. "Die Sicherheitskräfte haben in seine Richtung geschossen." Dscharrar sei "aktiv" an dem Anschlag auf Rabbiner Schevah beteiligt gewesen.

Der Einsatz in Jamun löste nach Berichten von Augenzeugen gewaltsame Zusammenstöße zwischen den israelischen Sicherheitskräften und palästinensischen Anwohnern aus. Am Dienstagmittag zogen sich die Sicherheitskräfte demnach aus Jamun zurück, den Leichnam Dscharrars nahmen sie offenbar mit.

Der mutmaßliche Attentäter war Sohn von Nasser Dscharrar, einem Befehlshaber der radikalislamischen Hamas, der in der zweiten Intifada (2000 bis 2005) von israelischen Soldaten erschossen worden war. Israels Behörden verdächtigen den Sohn, Teil einer "Terrorzelle" gewesen zu sein, auf deren Konto auch andere Anschläge gehen.

Rabbiner Schevah war am 9. Januar nahe der jüdischen Siedlung Havat Gilad aus einem fahrenden Auto heraus in seinem eigenen Wagen erschossen worden. Ermittler zählten 22 Einschusslöcher an seinem Auto. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte von einem "abscheulichen Mord" gesprochen, der Israels Kraft nicht brechen werde. Bei der Beerdigung des Rabbiners waren Rufe nach "Vergeltung" laut geworden.

Am Dienstag sagte Netanjahu zum Tod des mutmaßlichen Täters: "Israels Sicherheitskräfte werden jeden fassen, der israelische Bürger angreift, und werden dabei die ganze Härte des Gesetzes anwenden."

Dies gelte auch für jenen Täter, der am Montag in der Siedlung Har Bracha - wenige Kilometer vom Ort des Schevah-Anschlags entfernt - den jüdischen Siedler Itamar Ben-Gal erstochen hatte. Ben-Gal lehrte an einer jüdischen Schule, er wurde in der Nähe einer Bushaltestelle getötet. Als Täter identifizierten die Behörden einen 19-jährigen Palästinenser aus Nablus; er war zunächst flüchtig.

Die radikalislamische Hamas bezeichnete die Attentäter als "Helden". Sie sorgten durch ihre Taten dafür, dass "den Zionisten der Schlaf geraubt wird", hieß es in einer Erklärung. Die Hamas schrieb darin, dass eines der beiden Attentate auf die Siedler von ihrem bewaffneten Arm ausgeführt worden sei; sie ließ aber offen welches.

Im Westjordanland und im von Israel annektierten Ost-Jerusalem leben mehr als 600.000 jüdische Siedler inmitten von etwa drei Millionen Palästinensern. Die UNO betrachtet die Siedlungen als illegal.