Israeli nach Brandanschlag auf katholische Kirche bei Nazareth verurteilt

Brotvermehrungskirche nach der Wiedereröffnung

Zwei Jahre nach dem Brandanschlag auf eine römisch-katholische Kirche in Israel ist der Täter von einem Gericht für schuldig befunden worden. Das Gericht im Bezirk Nazareth legte dem Israeli Jinon Reuveni am Dienstag "schwere Brandstiftung" und eine kriminelle Verschwörung zur Last.

Die israelische Tageszeitung "Haaretz" berichtete, Reuveni sei 22 Jahre alt und stamme aus einer israelischen Siedlung im Westjordanland. Seine Anwälte können das Urteil noch 45 Tage lang anfechten.

Bei dem Anschlag im Juni 2015 war die Kirche selbst nicht beschädigt worden. Zwei an die Kirche angrenzende Räume wurden aber zerstört, auf einer Mauer standen Schmähparolen. Außerdem hatten zwei Menschen Rauchvergiftungen erlitten.

Die Kirche musste geschlossen werden und wurde nach den Reparaturarbeiten im Februar dieses Jahres wieder geöffnet. Der Schaden betrug umgerechnet rund 900.000 Euro, davon übernahm der israelische Staat gut ein Drittel.

Die römisch-katholische Brotvermehrungskirche im Benediktinerpriorat Tabgha gilt gläubigen Christen als der Ort, an dem Jesus Christus der christlichen Überlieferung zufolge bei der Speisung der Fünftausend eines seiner größten Wunder vollbrachte, indem er fünf Brotlaibe und zwei Fische vermehrte. Besonders ihre Mosaiken sind kulturgeschichtlich wertvoll.