Israel verlängert Haft für 16-jährige Palästinenserin bis zum Prozessbeginn

Ahed Tamimi (Mitte)

Eine durch mehrere Angriffe auf israelische Soldaten bekannt gewordene 16-jährige Palästinenserin bleibt bis zu ihrem Prozess in Haft. Ein israelischer Militärrichter begründete diese Entscheidung am Mittwoch mit der "Schwere der Vergehen", die Ahed Tamimi zur Last gelegt werden. Er habe "keine Alternative" gesehen, fügte der Richter hinzu. Bis das Verfahren der 16-Jährigen abgeschlossen ist, können noch Monate vergehen.

Ahed Tamimi gilt vielen Palästinensern als eine Ikone im Kampf gegen die israelische Besatzung des Westjordanlands. Die Jugendliche mit der auffälligen blonden Lockenmähne wurde in den vergangenen Jahren mehrfach handgreiflich gegenüber Israelis.

Die israelische Staatsanwaltschaft will die 16-Jährige laut deren Anwältin in zwölf Punkten anklagen. Die Behörde plane wegen sechs Attacken Anklage unter anderem wegen Körperverletzung, Steinewerfens, Bedrohung und Aufwiegelung.

Im Dezember war Ahed Tamimi festgenommen worden, nachdem sie gemeinsam mit einer Cousine zwei israelische Soldaten im Dorf Nabi Saleh im besetzten Westjordanland attackiert hatte. Ein im Internet verbreitetes Video zeigt, wie die beiden jungen Frauen die Israelis zu provozieren versuchen und mit Fußtritten und Ohrfeigen traktieren. Die schwer bewaffneten Soldaten bleiben angesichts der Attacke passiv und ziehen sich schließlich zurück.