Israel pocht vor Palästinenserprotesten auf Recht zur Selbstverteidigung

Vor den für Freitag angekündigten Palästinenserprotesten im Gazastreifen pocht Israel auf sein Recht zur Selbstverteidigung. UN-Generalsekretär Guterres und der UN-Sicherheitsrat erhielten ein entsprechendes Schreiben

Vor den für Freitag angekündigten Palästinenserprotesten im Gazastreifen pocht Israel auf sein Recht zur Selbstverteidigung. Angesichts der "für die kommenden Wochen organisierten Provokationen" der Palästinenser bekräftige Israel sein "Recht zur Verteidigung seiner Souveränität und zum Schutz seiner Bürger", hieß es am Donnerstag in einem Schreiben des israelischen UN-Botschafters Danny Danon an UN-Generalsekretär Antonio Guterres und den UN-Sicherheitsrat.

Danon warf den Palästinenserführern einen "gefährlichen Vorstoß" für einen Konflikt vor, indem sie eine "Reihe von Massenkonfrontationen" orchestrierten. Das UN-Personal in Gaza sollte sich nicht an den Demonstrationen beteiligen, warnte Danon in dem Schreiben.

Die Bewohner des von der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas regierten Gazastreifens sind aufgerufen, sich am Freitag an einem Marsch zur israelischen Grenze zu beteiligen. Anlass für den Protest ist der sogenannte "Tag des Bodens" am 30. März, der an die gewaltsame Niederschlagung von Protesten arabischer Bauern gegen die Enteignung ihres Landes im Norden Israels im Jahr 1976 erinnert. Israelische Sicherheitskräfte hatten damals sechs arabische Israelis erschossen.

Der Marsch ist der Auftakt für Proteste, die sich bis Mitte Mai hinziehen sollen. Dann ist die Einweihung der US-Botschaft in Jerusalem geplant. Die Palästinenser betrachten den Ostteil der Stadt als Hauptstadt ihres angestrebten eigenen Staates und sind deshalb über die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump aufgebracht, Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen und die US-Botschaft von Tel Aviv dorthin zu verlegen.