Israel entlässt hungerstreikenden Palästinenser aus Verwaltungshaft

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Ein Foto von Maher al-Achras auf einem Plakat

Israel hat am Donnerstag den Palästinenser Maher al-Achras freigelassen, der mit einem 103-tägigen Hungerstreik gegen seine Inhaftierung protestiert hatte. Der 49-Jährige sei vom israelischen Kaplan-Krankenhaus bei Tel Aviv in eine Universitätsklinik in der Stadt Nablus im besetzten Westjordanland verlegt worden, teilte die Organisation Palästinenischer Gefangenenklub mit.

Nach einer "medizinischen Beurteilung seines Zustandes" werde entschieden, ob al-Achras nach Hause zurückkehren dürfe, erklärte die Klinikleitung in Nablus mit.

Der Landwirt war Ende Juli in seinem Haus im nördlichen Westjordanland festgenommen worden. Er wird von Israel verdächtigt, ein Mitglied der bewaffneten palästinensischen Gruppe Islamischer Dschihad zu sein. Kurz nach seiner Verhaftung wurde al-Achras in Verwaltungshaft genommen. Die israelischen Behörden nutzen diese Praxis, um Verdächtige ohne Anklage oder Gerichtsverfahren festzuhalten.

Der Vater von sechs Kindern trat daraufhin in den Hungerstreik. Weil sein Gesundheitszustand sich verschlechterte, wurde er Anfang September ins Krankenhaus eingeliefert. Am 6. November beendete al-Achras seinen 103-tägigen Hungerstreik, nachdem er mit den israelischen Behörden ein "Abkommen" über seine Freilassung getroffen hatte.

Der Fall hatte Protest unter anderem der UNO und mehrerer Menschenrechtsorganisationen ausgelöst, die Verwaltungshaft wird als Verletzung der Grundrechte angesehen. Ende August befanden sich nach Angaben der israelischen Menschenrechtsorganisation B'Tselem rund 355 Palästinenser in Verwaltungshaft, darunter zwei Minderjährige.

gap/ju