„Islamischer Staat“ will mit Selfie in New York Angst schüren

Kurz nach den Feiertagen ist ein Foto im Internet aufgetaucht, das einen augenscheinlichen Anhänger der Terrororganisation mitten in der Millionenmetropole zeigt.

Die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) scheint New York City verstärkt im Visier zu haben. Das suggeriert zumindest ein Foto, das seit wenigen Tagen im Internet kursiert: Auf dem Selfie ist ein augenscheinlicher IS-Anhänger zu sehen, der vermummt mit einem Schal der Organisation vor dem Metropolitan Museum of Art posiert. Im schneebedeckten Hintergrund sind zahlreiche Fußgänger zu sehen.

Wie die Medienbeobachtungsorganisation „Memri“ berichtet, wurde das Foto zuerst auf einem IS-nahen Kanal des Messenger-Dienstes Telegram gepostet. Medienberichten zufolge trägt der Post die Unterschrift „Wir sind in euren Heimen.“ Details zum genauen Aufnahmezeitpunkt sowie zur Person auf dem Foto sind nicht bekannt.

Das neu erbaute World Trade Center neben dem Ground Zero in New York City erinnert bis heute an die Terroranschläge vom 11. September 2001. (Bild: Getty Images)

Auf einem weiteren Foto, das Ende 2017 im Internet auftauchte, hält eine Person ein Smartphone in die Kamera, auf dessen Bildschirm das Logo des Islamischen Staates zu sehen ist. Dahinter ist das One World Trade Center zu erkennen. Das sechsthöchste Gebäude der Welt ist neben dem früheren Standort des World Trade Centers erbaut, das 2001 von Terroristen angriffen und zerstört wurde.

Wie die „New York Post“ berichtet, ermittelt die Polizei im Zusammenhang mit den Fotos. Jedoch gebe es für New York City aktuell keine glaubhaften Bedrohungen. Demnach würden häufig derartige Fotos kursieren, die meisten seien jedoch Fälschungen. Auch „The Sun“ berichtet, dass Experten die Echtheit des Selfies anzweifeln, da etwa das IS-Logo auf dem Schal nachträglich eingefügt worden sein könnte.

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Eric Feinberg, der mit seiner Internet-Sicherheitsfirma GIPEC terroristische Online-Aktivitäten beobachtet, erklärt gegenüber „Daily News New York“, dass Fotos wie das Selfie mit dem Ziel veröffentlicht werden, Angst zu verbreiten und „einsame Wölfe“ zu terroristischen Aktionen zu ermutigen. „Vielleicht ist es mit Photoshop bearbeitet, vielleicht nicht. Es sollte ernst genommen werden“, so Feinberg.

Das Selfie erschien nur wenige Wochen nachdem ein 27-Jähriger versucht hatte, sich am New Yorker Busbahnhof Port Authority in die Luft zu sprengen. Medienberichten zufolge hatte der ehemalige Taxifahrer, inspiriert von der Online-Propaganda des IS, mit einem Selbstmordattentat die Luftangriffe auf die Miliz im Nahen Osten rächen wollen.

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