Ischinger: Mehr Waffen aus Bundeswehrbeständen an Ukraine liefern

SALZBURG (dpa-AFX) - Wegen der langen Dauer bei der Herstellung von Waffen sollte Deutschland nach Ansicht des ehemaligen hochrangigen Diplomaten Wolfgang Ischinger der Ukraine kurzfristig weitere Ausrüstung aus Bundeswehrbeständen bereitstellen. Deutschland sollte jetzt liefern, was es könne, "im vollen Bewusstsein, dass das vielleicht auch die Kampfkraft der Bundeswehr im Augenblick schwächt, weil es die Bestände der Bundeswehr reduziert", sagte der frühere Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag am Rande einer Tagung in Salzburg. Mit dem Schritt würde Deutschland anerkennen, "dass im Augenblick auch die Sicherheit Deutschlands in der Ukraine durch die Ukraine verteidigt wird".

"Es spricht aus meiner Sicht alles dafür, dass die westlichen Partner einschließlich Deutschland nicht kleckern, sondern klotzen und der Ukraine jetzt und nicht im nächsten Jahr so viel Unterstützung wie möglich zur Verfügung stellen", sagte Ischinger weiter.

Die Bundesregierung hat den Verkauf von 100 neuen Panzerhaubitzen an die Ukraine genehmigt, wie der Hersteller Krauss-Maffei Wegmann am Mittwoch bestätigte. Die Produktion dürfte mehrere Jahre dauern. Deutschland hat der Ukraine bislang zehn der Artilleriegeschütze aus eigenen Beständen geliefert.

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