IS-Anhänger nach Angriff auf Polizisten bei Paris wegen Mordversuchs angeklagt

Nach seinem Angriff auf Polizisten in einem Pariser Vorort ist der mutmaßliche Täter wegen Mordversuchs im Zusammenhang mit einer Terrorgruppe angeklagt worden. Auf Antrag der Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ordnete ein Haftrichter am Freitag zudem Untersuchungshaft für Youssef T. an. Der Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat die Tat übereinstimmenden Quellen zufolge gestanden. Demnach sagte er aus, sie allein begangen zu haben.

Der 29-jährige Franzose hatte am Montagabend in dem Pariser Vorort Colombes drei Polizisten mit einem Auto angefahren und zum Teil schwer verletzt. In seinem Wagen fanden die Ermittler ein Messer sowie ein Schreiben, in welchem er dem IS die Treue schwor. Nach Angaben der Anti-Terror-Ermittler wollte er für die weltweite Einführung der Scharia kämpfen. Nachdem ein Gutachten den Mann für zurechnungsfähig erklärt hatte, übernahm die Sonderstaatsanwaltschaft den Fall.

Aus Ermittlerkreisen verlautete, bei T. handele es sich um einen Einzelgänger, der sich als "Krieger" ansah und "zivile Opfer" vermeiden wollte. Er sei seit zehn oder zwölf Jahren anti-westlich eingestellt und folge, wenngleich "nicht gerade auf hohem intellektuellem Niveau", den "geopolitischen Themen". So kenne er die "Situation in Palästina und der Sahel-Zone".

Für die Polizei war er ein unbeschriebenes Blatt. Seine Nachbarn beschrieben ihn als "ruhig" und "ohne Probleme". Berichte, wonach er früher einmal nach Syrien gehen wollte, bezeichnete sein Anwalt als "falsch".

Seit 2015 lebt Frankreich unter der ständigen Bedrohung islamistischer Anschläge. Bis heute fielen ihnen knapp 260 Menschen zum Opfer.