Irritierende Kritik an Gulácsi: Wirbel um Hertha-Torwarttrainer

SPORT1
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Irritierende Kritik an Gulácsi: Wirbel um Hertha-Torwarttrainer
Irritierende Kritik an Gulácsi: Wirbel um Hertha-Torwarttrainer

Für seinen Einsatz gegen Homophobie in seinem Heimatland Ungarn hat Péter Gulácsi nun argumentativ fragwürdige Kritik geerntet.

Zsolt Petry, Torwarttrainer bei Hertha BSC, hat das Engagement seines Landsmanns angeprangert, mit seinen irritierenden Aussagen zu dem Thema und zu seiner Meinung zur Migration hat sich der 54-Jährige allerdings auf dünnes Eis begeben. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

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Hertha-Torwarttrainer Petry mit irritierender Kritik an Gulácsi

"Was Péter motiviert haben könnte, sich für Homosexuelle, Transvestiten und Menschen anderer Geschlechtsidentitäten einzusetzen, weiß ich nicht", sagte Petry der regierungsnahen Tageszeitung Magyar Nemzet. Die liberale Meinung von Gulácsi werde von der Mehrheit der ungarischen Gesellschaft nicht geteilt, behauptete Petry.

"Wenn ich an seiner Stelle wäre, würde ich mich als Sportler auf den Fußball konzentrieren und keine Stellung zu öffentlichen oder gesellschaftspolitischen Themen beziehen. Ich würde den Job machen, den mein Verein und die ungarische Nationalmannschaft von mir erwarten", sagte Petry.

Gulácsi setzt Zeichen gegen Homophobie

RB Leipzigs Torhüter Gulácsi hatte im Februar das Ende Dezember verabschiedete Gesetz, nach dem homosexuelle Paare keine Kinder adoptieren dürfen, kritisiert. "Jeder Mensch hat das Recht auf Gleichberechtigung", schrieb Gulácsi auf Facebook. "So hat auch jedes Kind das Recht, in einer glücklichen Familie aufzuwachsen - ganz egal, aus wie vielen Menschen sie besteht, welche Hautfarbe man hat, wen man liebt oder an was man glaubt."

Petry meinte nun: "Es ist völlig sinnlos, sich mit einem politischen Statement Feinde zu machen, erst recht als ein Torwart, der ein Spieler von europäischer Klasse ist."

Petry kritisiert Migrationspolitik in Europa

Zugleich betonte Petry, in politischer Hinsicht mit der "konservativen Seite" zu sympathisieren und übte Kritik an der Migrationspolitik.

"Europa ist ein christlicher Kontinent, und es gefällt mir nicht, den moralischen Verfall zu sehen, der sich über den Kontinent ausbreitet", erklärte Petry und warf den Liberalen vor den Dissens zu vergrößern: "Wer nicht glaubt, dass Migration gut ist, weil Europa von Kriminellen überrannt wird, wird schon als Rassist gebrandmarkt."

Inwiefern Petry sich damit bei seinem Arbeitgeber ins Abseits manövriert hat, bleibt abzuwarten. Nach massiver Kritik von Fans in den Sozialen Medien werde die Hertha das Thema laut dpa "zunächst einmal intern zeitnah mit Zsolt Petry besprechen".