Irreguläre Grenzübertritte nach Österreich stark zurückgegangen

WIEN (dpa-AFX) -Die restriktivere Einreisepolitik Serbiens macht sich laut österreichischen Behörden auf der Balkan-Migrationsroute bemerkbar. Aufgriffe von irregulär eingereisten Menschen durch die österreichische Polizei seien seit Mitte Dezember um etwa 70 Prozent zurückgegangen, berichtete das Innenministerium in Wien am Sonntag. Belgrad hatte auch auf Druck der Europäischen Union im Herbst die Visumpflicht für Menschen aus Burundi und Tunesien eingeführt. Seit Jahreswechsel können wie angekündigt auch Inder nicht mehr ohne Visum nach Serbien einreisen.

Viele der Menschen, die visafrei nach Serbien gekommen waren, waren weitergereist und hatten trotz geringer Erfolgsaussichten in Österreich um Schutz als Flüchtlinge angesucht. Zuletzt hätten Inder jedoch nur mehr weniger als 300 Asylanträge pro Woche gestellt, hieß es vom Innenministerium in Wien. Ende Oktober seien es noch etwa 1000 gewesen. Auch die irregulären Grenzübertritte im Osten Österreichs seien insgesamt stark gesunken. "Wir hatten im November Tage mit 600 bis 650 Aufgriffen. Diese täglichen Aufgriffe sind auf 100 bis 150 Menschen zurückgegangen", teilte Ministeriums-Sprecher Markus Haindl der Deutschen Presse-Agentur mit. Angesichts der milden Temperaturen schloss das Ministerium aus, dass der Winter die Migration bremste.

Laut Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) stellten Menschen aus Indien voriges Jahr 18 000 von insgesamt mehr als 100 000 Asylanträgen in Österreich. Viele der Inder versuchten danach, in andere europäische Länder zu gelangen. "Wenn Inder weiterziehen, sind sie ja auch ein europäisches Problem", sagte Nehammer der "Kronen Zeitung" (Sonntag).