Irrer Videobeweis! Schiri holt Freiburg aus Kabine zurück

Guido Winkmann gibt nach dem Halbzeitpfiff einen Elfmeter nach Videobeweis

Kuriose Szene im Montagsspiel der Fußball-Bundesliga zwischen dem FSV Mainz 05 und dem SC Freiburg:

In der 45. Minute schoss der Mainzer Daniel Brosinski aus spitzem Winkel aufs Tor - Freiburgs Marc-Oliver Kempf fälschte den Ball mit der Hand ab.

Doch die Proteste der Mainzer blieben aus, und so pfiff Schiedsrichter Guido Winkmann zur Halbzeit. Zunächst jedenfalls.


Aber auf dem Weg in die Kabine meldete sich Video-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus und unterrichtete ihren Kollegen in Mainz vom strafstoßwürdigen Vergehen des Freiburgers. Kurios: Zu diesem Zeitpunkt waren die Breisgauer schon in der Kabine, während die Mainzer noch auf dem Feld standen.

Winkmanns Pfiff war korrekt

Winkmann war wenige Momente zuvor zum Monitor am Spielfeldrand gegangen, um sich die Szene selbst anzuschauen und entschied nach dem Studium der Bilder auf Elfmeter.

Doch die Entscheidung war korrekt, denn solange der Schiedsrichter auf dem Feld ist, kann er jederzeit eine Szene erneut anschauen und die Entscheidung ändern.

"Das ist eine Szene, die will keiner haben, das ist nicht schön. Das ist keine Werbung für den Ablauf. Aber es war nicht anders möglich vorzugehen. Durch die Trillerpfeifen war die Verständigung schwer. Der Schiedsrichter hat die Szene nicht wahrgenommen. Die Entscheidung und der Ablauf sind korrekt", sagte Lutz-Michael Fröhlich, Projektleiter Videobeweis beim DFB, nach der Partie bei Eurosport über die Szene.

Freiburger kommen aus Kabine zurück 

Folge: Die Freiburger mussten aus der Kabine zurückkehren, und Pablo De Blasis verwandelte den Elfmeter gegen SC-Keeper Alexander Schwolow. Anschließend war dann wirklich Halbzeit.


"Erst war es ein bisschen Ungläubigkeit. Aber regeltechnisch ist das, völlig in Ordnung, denke ich,", sagte Freiburgs Sportdirektor Jochen Saier nach den ersten 45 Minuten bei Eurosport. Allerdings gehe der Ball "aus wahnsinnig kurzer Distanz an die Hand. Jetzt liegen wir nach dem Abpfiff 1:0 hinten. Das müssen wir schweren Herzens akzeptieren."

Streich sichtlich angefressen

"Ich glaube, dass die Entscheidung korrekt war. Ich saß schon in der Kabine. Der Zeitpunkt war unglücklich, aber es war ein Elfmeter", sagte Mainz-Trainer Sandro Schwarz nach der Partie. Sein Gegenüber, Freiburg-Trainer Christian Streich, war nach der Partie sichtlich angefressen. 

"Da sage ich nichts dazu. Ich war nicht ruhig in Schalke und jetzt bin ich ruhig", gab sich Streich schmallippig.


Auch TV-Experte Matthias Sammer kommentierte die bizarre Szene: ""Es ist eine diskutable Entscheidung, aber keine klare Fehlentscheidung. Ich muss in meiner Argumentation auch nicht richtigliegen. In der Situation, in der sich beide Mannschaften befinden: Ist das Bewertungsmaß für mich ganz klar einzuordnen? Das sehe ich nicht. Diskutabel ja. Aber auf der Voraussetzung, dann einzugreifen, wenn es glasklar ist: Das sehe ich nicht."