Die irre Kettenreaktion des Honda-Bebens

Natalie Raida
Fernando Alonso ist unzufrieden mit Motorlieferant Honda

Monatelang beschäftigte der Motorenstreit zwischen McLaren und Honda die Formel 1. Nun soll die Scheidung nach dreijähriger erfolgloser Zusammenarbeit beschlossene Sache sein.

Laut motorsport-total.com soll Honda bereits am vergangenen Freitag einen neuen Deal mit Toro Rosso unterzeichnet haben. Das Red-Bull-Team Toro Rosso gibt somit die Zusammenarbeit mit Renault auf und setzt ab der neuen Saison auf die Japaner als Motorenlieferanten.

Im Gegenzug wechselt McLaren nach der Trennung von Honda zu Renault.


Wechsel von Sainz zu Renault ist Teil des Deals

Die Scheidung zwischen McLaren und Honda löst somit ein wahres Erdbeben in der Formel 1 aus.

Teil des Deals ist angeblich auch der spanische Toro-Rosso-Pilot Carlos Sainz. Renault soll darauf bestanden haben, dass der 23-Jährige zu ihnen wechselt.

Sainz könnte demnach bereits ab dem Grand Prix von Malaysia Nico Hülkenbergs neuer Teamkollege sein. Der bislang punktlose Jolyon Palmer müsste dann im Gegenzug sein Cockpit bei Renault räumen.

Nachfolger von Sainz bei Toro Rosso könnte GP2-Pilot Piere Gasly werden, der derzeit als größtes Nachwuchstalent bei Red Bull gilt. Andererseits wollen die Japaner angeblich ihren Nachwuchspiloten Nobuharu Matsuhita bei Toro Rosso unterbringen. Da dieser aber keinerlei Formel-1-Erfahrung besitzt, wird er vermutlich zunächst nur Freitags-Einsätze bekommen.

Alonso könnte bei McLaren bleiben

Nutznießer der Trennung von McLaren und Honda wäre aber vor allem Fernando Alonso. Der Spanier machte immer wieder klar, dass er nach zahlreichen Problemen nicht noch ein Jahr mit Honda-Motoren fahren will. 

Nun könnte Alonso also bei den Engländern bleiben und in der nächsten Saison versuchen, wieder oben mitzufahren - falls die Zusammenarbeit mit Renault Früchte trägt.

Red Bull hat es bei dem Deal vor allem auf die enorme Finanzspritze der Japaner abgesehen. McLaren kassierte eine dreistellige Millionensumme im Jahr für die Zusammenarbeit.

Ab 2019 soll Honda dann nicht nur Toro Rosso, sondern beide Red-Bull-Teams beliefern.

Insgesamt sieht es also nach einer Win-Win-Situation für alle am Deal beteiligten Parteien aus.