Irland: Vize-Regierungschefin Fitzgerald tritt zurück

In Irland ist die stellvertretende Regierungschefin und Wirtschaftsministerin Frances Fitzgerald zurückgetreten. Das gab sie bei Twitter bekannt. Mit dem Schritt wandte sie ein Misstrauensvotum im Parlament und in der Folge Neuwahlen ab.

Falsch verhalten

Irlands Ministerpräsident Leo Varadker steht einer zerbrechlichen Minderheitsregierung vor. Sie wird von der Partei Fianna Fáil unterstützt, die Fitzgerald das Vertrauen entzogen hat.

Fitzgerald wird vorgeworfen, sich vor zwei Jahren im Falle eines Whistleblowers falsch verhalten zu haben. Dabei geht es um einen Polizisten, der Missstände bei Behörden angeprangert hatte und danach von Kollegen gemobbt worden war.

Regierungskrise kommt unpassend

Die Regierungskrise kommt für Varadkar zur Unzeit. Dublin versucht derzeit den Druck auf Großbritannien zu erhöhen, um Grenzkontrollen zwischen Irland und dem britischen Landesteil Nordirland nach dem Brexit zu vermeiden.

Bisher ist die Trennlinie fast unsichtbar und kann problemlos passiert werden. Experten fürchten durch den Ende März geplanten EU-Austritt Großbritanniens erhebliche Nachteile für die Wirtschaft und sehen den Friedensprozess zwischen Katholiken und Protestanten in der Region gefährdet.