Irisches Brexit-Trilemma: May hat die Wahl zwischen Pest, Cholera oder Vogelgrippe

Leonhard Landes
Ein Straßenkünstler hat den Brexit in London auf eine Mauer gebracht: Mit Queen Elisabeth II., Kanzlerin Angela Merkel – und der britischen Premierministerin Theresa May.

In einem Jahr ist es soweit: Am 29. März 2019 um Mitternacht werden die Briten die Europäische Union verlassen. Ein historischer Moment für das Land und den Kontinent.

Doch bis dahin liegen vor der Regierung von Premierministerin Theresa May und den EU-Verhandlern noch viele Herausforderungen. Eines der größten Probleme: die irische-nordirische Grenze

Für London bieten sich drei mögliche – aber widersprüchliche – Lösungen an. Doch keine davon wird den beinharten Brexit-Befürwortern in der Regierungspartei von May gefallen.

Das britische Brexit-Trilemma – auf den Punkt gebracht

1. Was ist das irische Trilemma?

► Der Status der irisch-irischen Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland nach dem Brexit ist problematisch: Denn Irland ist und bleibt EU-Mitglied, Nordirland ist Teil des Vereinigten Königreichs – das sich für den Ausstieg aus dem Staatenbund entschieden hat.

May steht vor einem Trilemma, weil sich die britische Regierung beim Brexit drei Ziele gesteckt hat. Die EU hat aber bereits klargemacht, dass nur immer zwei davon erreicht werden können – nie alle drei:

1. Großbritannien will den EU-Binnenmarkt und die Zollunion verlassen. 

2. Großbritannien will auch die EU komplett verlassen. Das schließt aus, dass Nordirland einen Sonderstatus erhält.

3. Großbritannien will eine feste Grenze zwischen Irland und Nordirland – mit Grenz- und Zollkontrollen – verhindern.

Das irische Trilemma: Drei Ziele, doch nur zwei können verwirklicht werden.

Alle drei Ziele sind miteinander nicht vereinbar: Wenn Großbritannien den EU-Binnenmarkt vollständig verlässt, werden wohl Grenz- und...

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