Irans Präsident "sehr glücklich" über Ende von Trumps Präsidentschaft

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Irans Präsident Hassan Ruhani

Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat keinen Hehl aus seiner Freude über den bevorstehenden Abschied von Donald Trump aus dem Weißen Haus gemacht und den scheidenden US-Präsidenten beschimpft. Trumps Nachfolger Joe Biden wecke in Teheran zwar keine übertriebenen Hoffnungen, sagte Ruhani am Mittwoch bei einer im Fernsehen übertragenen Kabinettssitzung. "Aber wir sind sehr glücklich, dass Trump abtritt." Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei erklärte aber, auch mit Biden würden die "Feindseligkeiten" der USA nicht enden.

Ruhani nannte Trump einen "Tyrannen" und beschimpfte ihn als "Terroristen und Mörder". Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran hatten sich während der Amtszeit Trumps erheblich verschärft. Nach dem Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran im Jahr 2018 verhängte Washington zahlreiche neue Sanktionen gegen Teheran. Beide Länder standen seit Juni 2019 zweimal am Rande eines Krieges.

Biden, der am 20. Januar als neuer US-Präsident vereidigt werden soll, hat eine Abkehr von Trumps Politik des "maximalen Drucks" gegen Teheran angekündigt. Er strebt eine Rückkehr der USA zum Atomabkommen und dann zusätzliche Vereinbarungen mit strikteren Regeln zum iranischen Atom- und Raketenprogramm an.

Ayatollah Ali Chamenei warnte seine Landsleute am Mittwoch vor zu großen Hoffnungen in den Politikwechsel in den USA. "Die Feindseligkeiten sind nicht auf Trumps Amerika beschränkt und werden nicht enden, nur weil er sein Amt verlässt", erklärte Chamenei. "Traut dem Feind nicht, das ist mein ausdrücklicher Rat."

Sollten die US-Sanktionen aufgehoben werden, sollte der Iran "nicht zögern", erklärte Chamenei. Doch der Iran dürfe sich nicht auf die Versprechen anderer verlassen, um die Probleme des Landes zu lösen. "Ich werde die Behörden des Landes unter der Bedingung unterstützen, dass sie den Zielen der Nation treu bleiben", fügte er hinzu.

noe/cp