Irans Präsident Ruhani ruft zu Dialog im Nahen Osten auf

Ruhani bei der Einweihung eines Hafens

Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat sich für eine Lösung der Konflikte im Nahen Osten durch Dialog und ohne Einmischung aus dem Ausland ausgesprochen. "Wir denken, wenn es ein Problem in der Region gibt, kann es durch Dialog gelöst werden", sagte Ruhani am Sonntag in einer vom Staatsfernsehen übertragenen Rede.

"Wir brauchen keine Waffen, keine Einmischung ausländischer Mächte", sagte der Präsident. "Wir können die Probleme selber, in Einigkeit, Gleichheit und Brüderlichkeit, im Dialog regeln." Ruhani äußerte sich anlässlich der Einweihung des neuen Hafens von Tschabahar im Südosten des Landes.

Die Äußerungen erfolgten vor dem Hintergrund der Rivalität des schiitischen Iran mit dem sunnitischen Königreich Saudi-Arabien. Beide Länder ringen seit langem um Einfluss in der Region. Riad und westliche Kritiker beschuldigen Teheran regelmäßig der Einmischung in die arabischen Nachbarländer. In sämtlichen Konflikten der Region kämpfen die Länder auf unterschiedlichen Seiten: zum Beispiel in Syrien, dem Irak und dem Jemen.

Nach den jüngsten Siegen über die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) könne die Region ihre Reputation eines "Kriegs und Konflikts zwischen Schiiten und Sunniten" und die "Präsenz und Interventionen ausländischer Mächte" überwinden, sagte Ruhani. Kein Land könne "für sich in Anspruch nehmen, die überlegene Macht im Land zu sein". Auch die "Supermächte" hätten das nicht erreichen können.