Irans Außenminister wirft den USA "Vergiftung des internationalen Klimas" vor

Nach der Verhängung neuer US-Sanktionen gegen Teheran hat der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif den USA vorgeworfen, auf Eskalation statt auf Entspannung zu setzen

Nach der Verhängung neuer US-Sanktionen gegen Teheran hat der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif den USA vorgeworfen, auf Eskalation statt auf Entspannung zu setzen. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump habe "illegale Sanktionen" beschlossen, "um das internationale Klima zu vergiften", sagte Sarif am Dienstag (Ortszeit) während eines Besuchs bei den Vereinten Nationen in New York dem katarischen Nachrichtensender Al-Dschasira.

Der iranische Chefdiplomat kündigte an, bei der Zwischenbilanz zum Atomabkommen mit dem Iran am Freitag in Wien werde er sich beschweren, dass die USA Strafmaßnahmen dem Abkommen entgegen nicht aufgehoben hätten. An dem Treffen beteiligen sich außer dem Iran und den USA auch die vier anderen UN-Vetomächte und Deutschland.

Sarif wies darauf hin, dass er keinen Kontakt zu US-Außenminister Rex Tillerson habe. Mit dessen Vorgänger John Kerry hatte Sarif hingegen im Zuge der Verhandlungen über das Atomabkommen sehr oft gesprochen. Er sei aber weiter offen für Gespräche mit Tillerson, sagte Sarif.

Die fünf UN-Vetomächte und Deutschland hatten das Atomabkommen mit dem Iran im Juli 2015 geschlossen. Trump hatte es im Wahlkampf als "schlimmsten Deal", der jemals geschlossen worden sei, gebrandmarkt. Am Montag ließ er allerdings mitteilen, dass seine Regierung an dem Abkommen festhalte, weil der Iran sich an dessen Auflagen halte. Kurz nach dieser Ankündigung verhängte die Trump-Regierung allerdings wegen anderer iranischer Aktivitäten neue Sanktionen gegen das Land.