Irans Außenminister wirft der EU "Extremismus" im Umgang mit Teheran vor

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hat vor einem Treffen mit seinem französischen Kollegen das Verhalten der EU gegenüber Teheran scharf kritisiert. Um den Verbleib der USA im Atomabkommen zu erreichen, duldeten die europäischen Länder "Extremismus" und das werde "letztendlich die europäische Politik untergraben", sagte Sarif der reformorientierten Zeitung "Etemad" in einem am Montag veröffentlichten Interview.

Irans Chefdiplomat sollte am Montag mit Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian zu Gesprächen in Teheran zusammentreffen. Le Drian ist in den Iran gereist, um dessen Regierung zu Zusicherungen im Zusammenhang mit seinem Raketenprogramm und seiner Rolle in der Region zu bewegen.

Es ist der erste Besuch eines Vertreters der europäischen Abkommenspartner im Iran seit US-Präsident Donald Trump damit gedroht hat, im Mai aus dem 2015 geschlossenen Deal auszusteigen, sollte er nicht "verbessert" werden.

Sarif sagte, dass jeglicher Versuch, die USA zufriedenzustellen, nutzlos sei. "Bisher haben zwei Gruppen das Atomabkommen verletzt: die USA und die Europäer", sagte Irans Außenminister in dem Interview. Die Europäer würden wegen der US-Politik den Verpflichtungen des Vertrags nicht nachkommen, insbesondere im Bankensektor.

Die Französische Regierung erklärte vor dem Treffen, Le Drian sei kein "Abgesandter Donald Trumps" und wolle das Atomabkommen erhalten. Allerdings stünde der Iran wegen seiner Raketentests "immer im Verdacht, Atomwaffen entwickeln zu wollen", sagte Le Drian. Teheran weist diese Vorwürfe zurück und besteht darauf, dass die Raketen nur der Verteidigung dienen.