Iranischer Öltanker vor syrischer Küste angegriffen

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Laut Staatsmedien ist der Brand inzwischen unter Kontrolle

Vor der syrischen Küste ist ein iranischer Öltanker angegriffen worden. Bei dem Angriff am Samstag nahe dem Hafen von Banias wurden nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte drei Syrer getötet, darunter zwei Besatzungsmitglieder. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete unter Berufung auf das Öl-Ministerium, der Angriff sei offenbar durch eine "Drohne aus der Richtung libanesischer Gewässer" erfolgt und habe einen der Tanks an Bord in Brand gesetzt. Das Feuer sei gelöscht worden.

Die Beobachtungsstelle hatte nach eigenen Angaben keine Erkenntnisse dazu, ob der Angriff mit einer Drohne oder einer von einem Kriegsschiff abgeschossenen Rakete erfolgte. Auch wer hinter dem Angriff in der Nähe der Banias-Raffinerie in der von den Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad kontrollierten Provinz Tartus steckte, war zunächst unklar.

Nach Angaben der Beobachtungsstelle war es der erste derartige Angriff überhaupt. Die Banias-Raffinerie war demnach jedoch schon in der Vergangenheit Ziel von Angriffen.

Die Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien bezieht ihre Informationen von einem Netz von Informanten vor Ort. Die Angaben der Organisation lassen sich von unabhängiger Seite oft kaum überprüfen.

Das "Wall Street Journal" hatte im vergangenen Monat unter Berufung auf US- und örtliche Vertreter berichtet, Israel habe seit Ende 2019 mindesten ein Dutzend Schiffe auf dem Weg nach Syrien angegriffen, die meisten davon mit iranischen Öllieferungen an Bord.

Seit Beginn des Syrien-Krieges vor zehn Jahren hat Israel hunderte Male Ziele in Syrien beschossen. Vielfach gelten die Angriffe Stellungen iranischer Kämpfer und der pro-iranischen Hisbollahmiliz. Iran ist ein wichtiger Verbündeter Assads; Israel will verhindern, dass sich sein Erzfeind in Syrien festsetzt.

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