Iran will zwei Kameras zur Überwachung der Nuklearanlagen abstellen

TEHERAN (dpa-AFX) - Iran will zwei weitere Kameras zur Überwachung seiner Nuklearanlagen abstellen. Dies kündigte die iranische Atomorganisation am Mittwoch an, wie der Staatssender Irib berichtete. Bei den Geräten soll es sich demnach um Messkameras für Anreicherungsprozesse handeln. Damit reagiert Iran auf eine geplante Resolution der Internationalen Atomenergiebehörde. Bereits in den vergangenen Tagen hatte das Land mit Maßnahmen gedroht.

Um welche Anlagen es genau ging, wurde nicht gesagt. Derzeit wird im Iran nach offiziellen Angaben in Natans Uran angereichert. Die Kameras waren zuletzt aktiv, die Daten wurden jedoch nicht an die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) weitergeleitet. 80 Prozent der IAEA-Kameras sollen laut dem Iran noch aktiv sein.

Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die USA wollen bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien über eine Resolution abstimmen lassen, in der Teheran zur vollen Kooperation mit einer IAEA-Untersuchung aufgerufen wird. Eigentlich hätte der Iran nämlich bis Anfang Juni Antworten zu möglichen geheimen Atom-Aktivitäten in der Vergangenheit liefern sollen. Laut IAEA-Chef Rafael Grossi hat die Islamische Republik noch immer keine technisch glaubwürdigen Erklärungen abgegeben.

Über Beschränkungen des iranischen Atomprogramms wird seit Monaten in Wien unter Vermittlung von China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland verhandelt. Der diplomatische Prozess zur Rettung des Atompaktes mit dem Iran aus dem Jahr 2015 ist seit Monaten jedoch festgefahren. Die neuerliche Beschränkung des iranischen Atomprogramms ist fast ausverhandelt, doch Washington und Teheran sind noch uneins über die Aufhebung von US-Sanktionen.

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