Iran will sich im Atomstreit nicht von Trump provozieren lassen

dpa-AFX

TEHERAN (dpa-AFX) - Der Iran will sich im Atomstreit nicht von US-Präsident Donald Trump provozieren lassen. Trump wolle den Iran solange provozieren, bis das Land selbst aus dem Wiener Atomabkommen von 2015 aussteige, sagte der iranische Außenminister Mohammed-Dschawad Sarif. "Dieses Geschenk werden wir Trump aber nicht machen", sagte Sarif der Tageszeitung Iran (Sonntag) weiter.

Nach Einschätzung des iranischen Chefdiplomaten kann Trump alleine den auch von fünf anderen Staaten - China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland - verifizierten Atomdeal nicht einfach annullieren, wie er es wolle.

Auch Vizeaußenminister Abbas Araghchi, nach Sarif die Nummer 2 im iranischen Atomteam, warnte vor Provokationen des US-Präsidenten. "Trump will uns wütend machen, aber wir sollten besonnen und sachlich bleiben und nicht emotional handeln", sagte der Vizeminister im iranischen Staatsfernsehen. Das Abkommen habe dem Iran vieles gebracht, daher wäre ein Ausstieg laut Araghchi "eine Selbstverletzung und genau das, was Trump will".

Nach Einschätzung Araghchis sind die neuen Sanktionen der USA gegen iranische Unternehmen im Zusammenhang mit dem Raketenprogramm des Landes zwar feindselig, betreffen jedoch nicht direkt die Sanktionen, die im Zusammenhang mit dem Atomabkommen aufgehoben worden sind. Falls Sanktionen kommen sollten, die den Deal direkt beeinflussen, werde der Iran zunächst ein Treffen der sechs in die Atomverhandlungen involvierten Länder auf Außenministerebene fordern und danach in Teheran die notwendigen Entscheidungen treffen.