Iran stellt neuen "Realismus" der westlichen Mächte bei Wiener Atomverhandlungen fest

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Der iranische Außenamtssprecher Chatibsadeh (AFP/-)

Im Vorfeld weiterer Verhandlungen zur Rettung des Atomabkommens hat der Iran einen neuen "Realismus" auf Seiten der westlichen Länder festgestellt. "Wir spüren einen Rückzug oder vielmehr einen Realismus auf der Seite des Westens, dass es keine Forderungen über das Atomabkommen hinaus geben kann", sagte der iranische Außenamtssprecher Said Chatibsadeh am Montag. Es sei jedoch noch zu früh, um zu beurteilen, ob die USA sowie Deutschland, Großbritannien und Frankreich einen Plan zur Aufhebung der Sanktionen erarbeitet haben.

Es könne keine Forderungen geben, die über das Atomabkommen von 2015 hinausgingen, stellte Chatibsadeh klar. Die iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete derweil von der Ankunft des iranischen Unterhändlers Ali Bagheri in Wien. Dort sollte im Laufe des Tages die achte Runde der Atomverhandlungen fortgesetzt werden. Bagheri hatte am Donnerstag von "relativ zufriedenstellenden" Fortschritten bei den ersten Verhandlungen gesprochen.

Die US-Regierung sprach von "mäßigen" Erfolgen und drängte mit den europäischen Regierungen, dass angesichts der nuklearen Fortschritte Teherans ein Abschluss zustande kommen müsse. Die Wiener Verhandlungen zur Wiederbelebung des Atomabkommens waren Ende November mit den fünf noch verbliebenen Teilnehmern Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Russland und China wieder aufgenommen worden.

Das internationale Atomabkommen soll den Iran am Bau von Atomwaffen hindern. Die USA waren 2018 unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump aus dem Abkommen ausgestiegen und hatten erneut massive Sanktionen gegen Teheran verhängt. Danach zog sich der Iran ebenfalls schrittweise aus der Vereinbarung zurück. Der jetzige US-Präsident Joe Biden hat grundsätzlich Bereitschaft zu einer Neuauflage des Abkommens signalisiert.

ao/mkü

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