Iran gewährt ältestem inhaftierten US-Bürger mehrtägige Haftverschonung

Die iranischen Behörden haben dem ältesten im Land inhaftierten US-Bürger eine kurze Haftverschonung gewährt. Der 81-jährige Baker Namasi durfte am Sonntag aus humanitären Gründen für vier Tage das Gefängnis verlassen, wie sein Anwalt Dschared Genser mitteilte. Namasi ist demnach gesundheitlich schwer angeschlagen. Der ehemalige Mitarbeiter des UN-Kinderhilfswerks Unicef dürfe den Iran jedoch nicht verlassen und keine Interviews geben. Namasis Sohn Siamak Namasi sei weiter inhaftiert.

Der 81-Jährige Iraner mit US-Staatsbürgerschaft war bereits Mitte Januar wegen erheblicher Blutdruckprobleme und Herzrhythmusstörungen sowie allgemeiner Erschöpfung in ein Krankenhaus gebracht worden, wie sein Anwalt sagte. Im vergangenen Jahr musste Namasi mehrmals in einer Klinik behandelt werden. Im September wurde ihm ein Herzschrittmacher eingesetzt. Sein Anwalt sagte, eine Fortsetzung der Haft komme der "Todesstrafe" für seinen Mandanten gleich.

Das US-Außenamt begrüßte die vorübergehende Haftverschonung. Zugleich forderte Ministeriumssprecherin Heather Nauert die "unverzügliche und vollständige Freilassung" Namasis und seiner Familie sowie aller im Iran "ungerechtfertigt" inhaftierten US-Bürger. Namasi war im Oktober zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er wird der "Spionage und Kollaboration" mit der US- Regierung beschuldigt.